AMX-10 RC
Beim AMX-10 RC (Ateliers d’Issy-les-Moulineaux de classe 10 tonnes, à Roues et Canon)[1] handelt es sich um einen mittleren allradgetriebenen, amphibischen Spähpanzer, der vom französischen Rüstungsbetrieb GIAT hergestellt wurde. Der AMX-10 RC ist die sechsrädrige und vergleichsweise schwer bewaffnete (105-mm-L/48-Kanone) Version des Schützenpanzers AMX-10P. Letztlich haben beide Fahrzeuge gleiche Baugruppen, aber völlig verschiedene Aufgaben auf dem Gefechtsfeld. Der AMX-10 RC wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Mit seiner 105-mm-Kanone kann er auch als Panzerjäger eingesetzt werden. Dabei hängt der Erfolg gegen Kampfpanzer jedoch von Schussgelegenheiten gegen die Seiten oder das Heck des Panzers ab, da die 105-mm-Kanone frontale Panzerungen moderner Kampfpanzer nur an wenigen Schwachstellen („ballistische Fenster“) durchschlagen kann.
| AMX-10 RC | |
|---|---|
AMX-10 RC des 1er Régiment de Spahis | |
| Allgemeine Eigenschaften | |
| Besatzung | 4 (Kommandant, Fahrer/Funker, Richtschütze, Ladeschütze) |
| Länge | 6,24 m (9,13 m bei Geschütz in 12-Uhr-Stellung) |
| Breite | 2,78 m |
| Höhe | 2,60–2,20 m (variabel durch hydraulische Radaufhängung) |
| Masse | 14,2 Tonnen (Gefechtsgewicht) |
| Panzerung und Bewaffnung | |
| Panzerung | Geschützt gegen Infanteriewaffen, die Front gegen Kaliber bis 23 mm und gegen 14,5-mm-Hartkernmunition aus einer Entfernung von 300 Metern |
| Hauptbewaffnung | 1 × 105-mm-BK-MECA-L/48-Kanone (38 Geschosse) (V0 800 m/s) |
| Sekundärbewaffnung | 1 × 7,62-mm-AA/NF1-MG (koaxial, 4000 Schuss) und optional
1 × 12,7-mm-Fla-MG (Deckaufbau) |
| Beweglichkeit | |
| Antrieb | Hispano-Suiza HS-115 oder Baudouin Diesel 6F11 SRX 250 PS (186 kW) bei 3200 min−1 |
| Federung | hydropneumatisch |
| Geschwindigkeit | 85 km/h (Straße), 7,2 km/h (Wasser) |
| Leistung/Gewicht | 19,7 PS/Tonne |
| Reichweite | 1000 km |

Geschichte


Erste Entwicklungsarbeiten am AMX-10-RC-Projekt begannen 1970. Die Serienproduktion begann schließlich 1976. In der französischen Armee wird das Panzerfahrzeug beispielsweise im 1er régiment étranger de cavalerie der Fremdenlegion eingesetzt. Um den geplanten Einsatzzeitraum von 2015 bis 2020 zu gewährleisten, wurde der Spähpanzer mehrmals modernisiert und kampfwertgesteigert. Der AMX-10 RC bewährte sich in diversen Kampfeinsätzen, so wurde er im Tschad (1983/84), im Irak (Operation Desert Storm 1991), im Kosovo, in Afghanistan und ab 2012 im Mali-Konflikt eingesetzt.
Von den 337 Fahrzeugen in Frankreich wurden 236 einer Kampfwertsteigerung unterzogen und führen jetzt die Bezeichnung „AMX-10 RCR“ (das zweite R steht für revalorisés – deutsch ‚aufgewertet‘). Die im Jahre 2018 noch eingesetzten 248 Fahrzeuge sollen ab 2020 durch das Engin blindé de reconnaissance et de combat (EBRC) 6×6 ersetzt werden.[1] Anfang Januar 2023 gab Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bekannt, der Ukraine Panzer dieses Typs als Unterstützung liefern zu wollen.[2]
Nutzerstaaten
Frankreich – ursprünglich 350
Katar – 12
Marokko – 108
Ukraine - 40 (im Rahmen der Auslandshilfen für die Ukraine aus französischen Beständen geliefert)
Siehe auch
Weblinks
- Ausführliche Informationen auf www.army-guide.com (englisch)
- Lorenz Hemicker (FAZ): Kein Leo, aber mehr als ein Marder (faz.net 5. Januar 2023)
Einzelnachweise
- Armée de Terre: AMX 10 RC rénové. In: https://www.defense.gouv.fr. Armée de Terre, 25. Oktober 2018, abgerufen am 8. Oktober 2019 (französisch).
- Frankreich will Ukraine »leichte Kampfpanzer« liefern – Zusage von Macron. In: Der Spiegel. 4. Januar 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 4. Januar 2023]).
- Trade Register. In: sipri.org. Abgerufen am 20. Mai 2021.
- Christopher F. Foss: Jane’s Tank Recognition Guide, Edition 2006. Vereinigtes Königreich, 2016. ISBN 978-0-00-718326-5. S. 366–367.
- Tagesschau.de: Paris will Kiew Spähpanzer liefern
