Balkanpokal
Der Balkanpokal (englisch Balkans Cup) war ein europäischer Fußballwettbewerb für Vereinsmannschaften aus südosteuropäischen Ländern wie Albanien, Bulgarien, Griechenland, Jugoslawien, Rumänien und der Türkei.[3] Der Fußballwettbewerb wurde von 1961 bis 1994 28-mal ausgetragen.
| Balkanpokal | |
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| Erstaustragung | 1961 |
| Letztmalige Austragung | 1993/94 |
| Mannschaften | variierend (3 bis 10)[1] |
| Spielmodus | variierend (Rundenturnier bzw./und K.-o.-System)[1] |
| Rekordsieger | |
| Qualifizierender Wettbewerb | als Titelverteidiger (teils) |
| Karte | ![]() Karte der Teilnehmer |
Geschichte
Nach dem nur die jeweiligen nationalen Meister am Europapokal der Landesmeister teilnehmen konnten und albanische Vereinsmannschaften nahmen erst ab der Saison 1962/63 am Europapokal der Landesmeister teil. Wobei weitere innereuropäische internationale Fußballwettbewerbe gab, wie den neueingeführten Europapokal der Pokalsieger waren in deren Premierensaison 1960/61 aus den Balkanländern nur der jugoslawische Fußballpokalsieger akzeptiert, wobei teilweise andere Balkenländer auch nationale Pokalsieger für den Pokalsieger-Fußballwettbewerb hatten.[4] Weiteres für den innereuropäischen internationalen Fußballwettbewerb Messestädte-Pokal waren in den 1950ern und Anfang der 1960er aus dem Balkan auch nur Mannschaften aus Jugoslawien eingeladen, wobei in der damaligen Zeit des Messestädte-Pokals teilweise keine Vereinsmannschaften teilnahmen, sondern Fußball-Stadtauswahlen nur aus Handelsstädten.
Die Länder der Balkanhalbinsel bzw. Südosteuropas beschlossen nach den stellenweisen Ausgrenzungen zwischen den 1950er und der anfänglichen 1960er einen eigenen internationalen Fußballwettbewerb zu gründen. Anfänglich konnten für diesen Fußballwettbewerb primär nur die Vizemeister der jeweiligen Nationalmeisterschaften der Balkanländer qualifizieren und mit der weiteren Zeit des Balkanpokals wurden für spätere Saisons die Qualifikationsbedingungen etwas gelockert,[1] es waren weiterhin nur Erstligisten zugelassen bzw. teils auch der Titelverteidiger. Die erste Saison wurde in der Turnierform Jeder-gegen-jeden-Turnier ausgetragen und startete im Januar 1961 mit der internationalen Vereinsspielbegegnung zwischen Fenerbahçe Istanbul und Lewski Sofia, es endete mit einem 0:0-Remis. Im November 1961 endete die Premierensaison und am Saisonende wurde die rumänische Vereinsmannschaft Steagul Roșu Brașov der erste Balkanpokal-Wettbewerbssieger.
In den Folgesaisons der 1960er wurde der Balkanpokal mit einer Gruppenphase ausgespielt und die jeweiligen Gruppensieger trafen sich dann auf ein Final-Hinspiel und -Rückspiel.[5] Des Weiteren war der Balkanpokal in den 1960ern innerhalb Südosteuropas gemäß Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation sehr beliebt und es kamen bis zu 42.000 Zuschauer für eine Final-Spielbegegnung.[2] Es war nach dem UEFA Europapokal der Landesmeister der zweitwichtigste europäische Fußballwettbewerb innerhalb Südosteuropas in den 1960er-Jahren, sogar vor dem UEFA Europapokal der Pokalsieger.[2] Zum Beispiel verzichtete Olympiakos Piräus seine Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger 1962/63 und nahm als griechischer Vizemeister am Balkanpokal 1961/63 teil. Weiteres Beispiel verzichtete Spartak Sofia seine Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger 1968/69 nach beugenden Maßnahmen der UEFA und fokussierte sich international auf die Finalspiele 1968 des Balkanpokals im Herbst 1968. Beide Vereinsmannschaften erreichten jeweils das Balkanpokal-Finale.[5]
Nachdem die Union Europäischer Fußballverbände (UEFA) zur Saison 1971/72 den UEFA-Pokal-Wettbewerb mit 64 Teilnehmern einführte, womit sich Vereinsmannschaften Südosteuropas einfacher für einen UEFA-Wettbewerb qualifizieren konnten als nicht nationaler Meister bzw. nicht nationaler Pokalsieger/-finalteilnehmer. Damit verlor der Balkenpokal-Wettbewerb mit der Zeit innerhalb Südosteuropas an Potenzial und Bedeutung.[1][2] Der Balkanpokal 1983/84 fiel bis auf drei aktive Teilnehmer ab und erreichten damit dem niedrigsten Teilnehmerfeld ihrer Fußballwettbewerb-Historie. Wobei das Teilnehmerfeld für sechs Vereinsmannschaften geplant war und in zwei Gruppen aufgeteilt werden sollte, nahmen keine Vereinsmannschaften aus Albanien, Griechenland und Jugoslawien teil.[2][6] Anfänglich der 1990er qualifizierten sich mittlerweile auch Vereins-mannschaftliche Zweitligisten, womit immer mehr der Balkenpokal-Wettbewerb an Bedeutung verlor. Zur Saison 1994/95 erhöhte die UEFA die Teilnehmerzahl des UEFA-Pokals auf über 90 Teilnehmer,[1][2] woraufhin der Balkanpokal nach der absolvierten Saison 1993/94 endgültig eingestellt wurde.
Teilnehmer
Startberechtigte historische Erstteilnehmer waren folgende Vereinsmannschaften für die erste Balkenpokal-Saison 1961.[7]
Partizani Tirana, als Vizemeister der albanischen Kategoria e Parë 1960
Lewski Sofia, als Vizemeister der bulgarischen A Grupa 1959/60
AEK Athen, als Vizemeister der griechischen Alpha Ethniki 1959/60
Steagul Roșu Brașov, als Vizemeister der rumänischen Divizia A 1959/60
Fenerbahçe Istanbul, als Vizemeister der türkischen Millî Lig 1959/60
NK Dinamo Zagreb, als Vizemeister der jugoslawischen Prva Liga 1959/60 – waren zugleich jugoslawischer Pokalsieger 1959/60, deswegen verzichteten sie auf ihre Teilnahme und nahmen als Pokalsieger am Europapokal der Pokalsieger 1960/61 teil,[1] dass damals noch nicht von der UEFA organisiert wurde.
Der Rekordteilnehmer dieses Fußballwettbewerbs war die bulgarische Vereinsmannschaft Beroe Stara Sagora mit sieben Teilnahmen.[2]
Die Endspiele und Sieger
Ranglisten
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Trivia

- Im Mai 1968 gewann die türkische Vereinsmannschaft Fenerbahçe Istanbul das Final-Entscheidungsspiel der Balkanpokal-Saison 1966/67, womit sie als erste türkische Vereinsmannschaft einen europäischen Titel errangen und gingen damit in die türkische Fußballgeschichte ein.[8]
- Beroe Stara Sagora nahm am Balkanpokal 1981/83 teil und stiegen während dieser Zeit nebenbei als Meisterschaftsvorletzter der bulgarischen A Grupa 1981/82 in die zweitklassige B Grupa ab. Im weiteren Verlauf der Balkanpokal-Saison erreichte Beroe Stara Sagora das Fußballwettbewerb-Finale und gewannen dieses als bulgarischer Zweitligist im Februar 1983.[6]
Siehe auch
- Balkan-Cup (1929–1980) – für Nationalmannschaften
Weblinks
- Balkanpokal in der Datenbank von RSSSF (englisch)
- Balkanpokal in der Datenbank von mackolik.com (türkisch)
Einzelnachweise
- Mehmet Çelik: Balkan Cup. The Beginning. Turkish Soccer, abgerufen am 11. September 2022 (englisch).
- Balkan Cup in der Datenbank von RSSSF (englisch). Abgerufen am 11. September 2022.
- Marco D'Avanzo: European Club Competitions 1960/1961. In Association Football. In: European Club Competitions. Band 1960/1961. Soccerdata Books, Italien 2014, ISBN 978-88-906246-6-7, Balkan Cup (englisch, 346 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- Anmerkung – weitere nationale Pokalsieger: Albanischer Fußballpokal, Griechischer Fußballpokal, Rumänischer Fußballpokal
- Balkan Cup 1960–69 in der Datenbank von RSSSF (englisch). Abgerufen am 11. September 2022.
- Balkan Cup 1980–94 in der Datenbank von RSSSF (englisch). Abgerufen am 11. September 2022.
- Balkan Kupası – 1960/1961 – Takımlar. In: arsiv.mackolik.com. Mackolik A.Ş., abgerufen am 11. September 2022 (türkisch).
- Balkan Kupası – Sezonu: 1966/1967 in der Datenbank von mackolik.com (türkisch). Abgerufen am 11. September 2022.
Nedim Varol: Günümüzde Düzenlenmeyen 8 Uluslararası Turnuva. 6. Balkan Kupası. In: 90min.com. Minute Media, 21. April 2021, abgerufen am 11. September 2022 (türkisch): „… bir Türk takımının herhangi bir Avrupa kupasında elde ettiği ilk kupa olarak tarihe geçti …“

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