Forkendorf

Forkendorf ist ein Gemeindeteil von Gesees im oberfränkischen Landkreis Bayreuth in Bayern.

Forkendorf
Gemeinde Gesees
Höhe: 418 (398–426) m ü. NHN
Fläche: 3,82 km²[1]
Einwohner: 190 (1. Jan. 2022)[2]
Bevölkerungsdichte: 50 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 95494
Vorwahl: 09201
Bayreuther Straße in Forkendorf
Bayreuther Straße in Forkendorf
Nordöstlicher Ortseingang mit der Kreisstraße BT 5 im Vordergrund

Geografie

Das Dorf liegt am linken Ufer des Forkendorfer Baches, eines rechten Zuflusses der Mistel. Die Kreisstraße BT 5/BTs 5 führt nach Gesees (1,1 km südwestlich) bzw. nach Saas (1,6 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Mistelbach zur Staatsstraße 2163 (2,1 km westlich).[3]

Geschichte

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Forkendorf 15 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Bayreuth zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Hofkastenamt Bayreuth. Grundherren waren das Hofkastenamt Bayreuth (11 Halbhöfe, 1 Drittelhof, 1 Sölde mit Schmiede), die Hofkanzlei Bayreuth (1 Sölde) und das Amt St. Johannis (1 Tropfgütlein mit Zapfenschenke).[4]

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Bayreuth. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde Forkendorf bayerisch. Infolge des Gemeindeedikts wurde Forkendorf dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Gesees zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Forkendorf, zu der Forstmühle gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Bayreuth zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Bayreuth (1919 in Finanzamt Bayreuth umbenannt). In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden Steinpötzig und Röth auf dem Gemeindegebiet gegründet. Ab 1862 gehörte Forkendorf zum Bezirksamt Bayreuth (1939 in Landkreis Bayreuth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Bayreuth (1879 in Amtsgericht Bayreuth umgewandelt).[5] Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 3,822 km².[1]

1860 wurden bei einem Feuer zahlreiche Gebäude ein Raub der Flammen. Damals waren die meisten Häuser aus Holz und mit Stroh oder Schindeln bedeckt. 1873 schrieb die Kreisregierung den Wiederaufbau als Steinbauten mit Ziegeldächern bindend vor.[6]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Forkendorf am 1. Januar 1970 nach Gesees eingemeindet.[7]

Am späten Nachmittag des 14. Januar 1992 brannte das Matratzenlager der Firma Möbel-Hertel aus, wobei ein Schaden von ca. einer Million DM entstand. Zehn Feuerwehren mit 150 Feuerwehrleuten konnten nur mit Mühe ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude verhindern und brachten das Feuer erst gegen Mitternacht unter Kontrolle.[8]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Forkendorf

Jahr 182218401852185518611867187118751880188518901895190019051910191919251933193919461950195219611970
Einwohner 99149152149140144163159197170153145136152153141123132126232247205149166
Häuser[9] 17212222222427
Quelle [5][10][10][10][11][10][12][10][10][13][10][10][14][10][10][10][15][10][10][10][16][10][1][17]

Ort Forkendorf

Jahr 001819001822001861001871001885001900001925001950001961001970001987002022
Einwohner 123*93126145155122109183120155168190*
Häuser[9] 16201919192139
Quelle [18][5][11][12][13][14][15][16][1][17][19][2]
* Angaben inklusive Forstmühle

Religion

Forkendorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Marien (Gesees) gepfarrt.[4][1]

Verkehr

Der ÖPNV bedient das Dorf an einer Haltestelle der Buslinien 372 und 397 des VGN. Der nächstgelegene Bahnhof ist der Bayreuther Hauptbahnhof.

Literatur

Commons: Forkendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 654 (Digitalisat).
  2. Einwohnerzahl von Forkendorf auf der Website der Gemeinde Gesees
  3. Forkendorf im BayernAtlas. Die Entfernungsangaben sind jeweils in Luftlinie.
  4. R. Winkler: Bayreuth, S. 356.
  5. R. Winkler: Bayreuth, S. 471.
  6. Nach Dorfbrand: Vom Holz zum Stein in: Nordbayerischer Kurier vom 12. Oktober 2021, S, 14.
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 432.
  8. Stephan-H. Fuchs: Bayreuth Chronik 1992. 1. Auflage. Gondrom, Bindlach 1992, ISBN 3-8112-0793-8, S. 34.
  9. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
  10. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 138, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  11. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 844, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  12. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1014, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  13. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 961 (Digitalisat).
  14. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1006 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1028 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 889 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 149 (Digitalisat).
  18. A. H. Hoenig (Hrsg.): Topographisch-alphabetisches Handbuch über die in dem Ober-Mainkreise befindlichen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Mühlen und Einöden. Bayreuth 1820, S. 30 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 295 (Digitalisat).
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