Heroldingen
Heroldingen (Rieser-schwäbisch Heddldenga) ist ein Pfarrdorf und Ortsteil der Stadt Harburg im Landkreis Donau-Ries im Regierungsbezirk Schwaben in Bayern. Zur Gemarkung gehören auch noch die Einöden Brennhof und Tiefenmühle. In Heroldingen befindet sich das Museum Der Zehentstadel.
Heroldingen Stadt Harburg (Schwaben) | |
|---|---|
![]() Wappen von Heroldingen | |
| Höhe: | 412 m |
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 |
| Postleitzahl: | 86655 |
| Vorwahl: | 09080 |
![]() Kirche St. Martin Kirche St. Martin | |
Geographie
Heroldingen liegt nordwestlich von Harburg im Nördlinger Ries knapp westlich des Kraterrandes. Westlich wird der Ort von der Wörnitz umflossen, die an dieser Stelle von Norden kommend einen Knick nach Südost macht. Knapp westlich von Heroldingen mündet die von Westen kommende Eger in die Wörnitz. Der Brennhof liegt östlich von Heroldingen im Hügelland der Fränkischen Alb.
Direkt westlich von Heroldingen führt die nordsüdlich verlaufende Staatsstraße St 2221 von Oettingen in Bayern nach Hoppingen vorbei. Die Kreisstraße DON 37 verlässt die Staatsstraße St 2221 bei Heroldingen und führt weiter über Katzenstein nach Ronheim.
Geschichte
Vorrömische Zeit und Antike
Östlich von Heroldingen auf einer Anhöhe von 523 m ü. NHN befand sich eine Ringwallanlage der frühen Hallstattzeit. Weitere Nachweise für Besiedelung aus verschiedenen Perioden der Vorgeschichte in Form von Wohnstätten und Gräber wurden bei Ausgrabungen zwischen 1926 und 1928 in der Ebene der Wörnitz nordwestlich von Heroldingen lokalisiert.[1][2]
In der römischen Antike führte eine Römerstraße von Großsorheim über Heroldingen nach Munningen zum Kastell Losodica. Bei archäologischen Grabungen fand man Pfähle einer Brücke, die Teil dieser Straße waren.[1]
Mittelalter und Frühe Neuzeit
Nach Vertreibung der Römer hat vermutlich ein Alamanne Herigolt eine Niederlassung gegründet, die sich im Laufe der Zeit zu einem noch vor einigen Jahrhunderten stets Hergoldingen, jetzt Heroldingen genannten Dorf entwickelte. Die älteste Urkunde, in der dieses Dorf erwähnt wird, stammt aus dem Jahre 1193. Diese nennt unter den Zeugen einer Verhandlung einen Rumholt und einen Otto de Hergoltingen.[1]
Das Patronat über die Kirche St. Martin hat um 1300 die Herren von Lierheim inne und wurde von diesen im Jahr 1330 dem Kloster Zimmern geschenkt. Durch die Säkularisierung des Klosters folgten die Grafen zu Oettingen-Oettingen, die im Jahr 1539 die Reformation durchführten. Während des Schmalkaldischen Krieges zerstörten kaiserliche Truppen 1546 die Kirche und das Pfarrhaus. Von altem Bau der Kirche St. Martin ist nur mehr der untere Teil des Turmes erhalten. Der gegenwärtige Bau stammt aus dem Jahr 1849.[1]
Eingemeindung
Heroldingen war mit dem Brennhof und der Tiefenmühle eine selbstständige Gemeinde im Landkreis Nördlingen. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Schrattenhofen eingemeindet.[3] Am 1. Juli 1972 wurde Heroldingen dem Landkreis Nördlingen-Donauwörth, der seit dem 1. Mai 1973 Landkreis Donau-Ries heißt, eingegliedert. Am 1. Mai 1978 erfolgte die Eingemeindung in die Stadt Harburg (Schwaben).[4]
Baudenkmäler
Religion
Die evangelische Pfarrei Sankt Martin in Heroldingen gehört zum Dekanat Donauwörth im Kirchenkreis Augsburg. Zur Pfarrei gehören auch noch der Brennhof, Katzenstein, Schrattenhofen, Tiefenmühle und Hoppingen. Die Katholiken von Heroldingen gehören zur Pfarrei Mutterschaft Mariens in Hoppingen.
Persönlichkeiten
- Georg Parsimonius (auch Georg Karg) (* um 1512 in Heroldingen; † 1576 in Ansbach), evangelischer Theologe, Reformator und Konfessionalist
- Otto Friedrich Hörner (* 6. Januar 1746 in Heroldingen; † 28. Dezember 1781 in Augsburg), deutscher lutherischer Theologe, Diakon und Schriftsteller.
Weblinks
- Offizielle Homepage der Stadt Harburg
- Heroldingen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek
Einzelnachweise
- Heroldingen - Stadt Harburg. Abgerufen am 3. Januar 2023.
- Ralf Hermann Melber: Heroldingen: Die Besonderheiten des Kalbelwegs. In: Augsburger Allgemeine. (augsburger-allgemeine.de [abgerufen am 3. Januar 2023]).
- Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 541.
- Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 793.


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