Klinikum Stuttgart

Das Klinikum Stuttgart entstand am 1. Juli 1999 aus einem Zusammenschluss der vier städtischen Krankenhäuser Bürgerhospital, Katharinenhospital, Krankenhaus Bad Cannstatt[1] und Olgahospital. Es ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Es verfügt über 40 Prozent der Krankenhaus-Betten in Stuttgart.[2] Jährlich werden am Klinikum Stuttgart etwa 90.000 Patienten stationär und 600.000 ambulant versorgt. 7.000 Mitarbeiter sind am Klinikum tätig.[3]

Logo
Katharinenhospital am Standort Mitte, vor dem Neubau (2006)
Klinikum Stuttgart, Neubau am Standort Mitte

Träger und Leitung

Träger der wirtschaftlich selbständigen gemeinnützigen Kommunalanstalt öffentlichen Rechtes ist die Landeshauptstadt Stuttgart.[4] Die Krankenhausleitung setzt sich zusammen aus dem Medizinischen Vorstand, dem Kaufmännischen Vorstand, dem Pflegedirektor und dem Personaldirektor.[5]

Entwicklung und Zukunft

Im Mai 2014 bezog das Kinderkrankenhaus Olgahospital zusammen mit der Frauenklinik neue Räumlichkeiten in unmittelbarer Nähe zum Katharinenhospital am Standort Mitte[6], das bisherige Klinikgebäude wurde zurückgebaut. Das Bürgerhospital wurde 2015 in das Katharinenhospital (KH) integriert.[7] Seither konzentrieren sich die Häuser des Klinikums Stuttgart auf die Standorte Mitte (Katharinenhospital und Olgahospital/ Frauenklinik) und den Standort Bad Cannstatt mit dem Krankenhaus Bad Cannstatt (KBC).

Ansicht des Neubaus: Klinikum Stuttgart – Katharinenhospital
Krankenhaus Bad Cannstatt

Im Jahr 2018 fällte der Stuttgarter Gemeinderat den Beschluss, das Katharinenhospital vollständig neu zu bauen.[8] Dafür werden die bestehenden Gebäude sukzessive zurückgebaut und am gleichen Standort neu errichtet. Mit einer Fertigstellung des letzten Bauabschnitts ist 2031 zu rechnen. Im Januar 2022 wurde der erste Teil des Neubauprojekts in Betrieb genommen. Im als Haus F bezeichneten Gebäude befindet sich der neue Haupteingang zum Katharinenhospital, die zentrale Patientenaufnahme, die radiologischen Kliniken, Teile der Inneren Medizin und Bettenstationen mit etwa 250 Betten ein, eine große interdisziplinäre Intensivstation mit über 60 Betten, eine hämato-onkologische Transplantationsstation sowie eine der größten Endoskopieabteilungen Süddeutschlands.[9]

Kliniken und Institute

Das Klinikum Stuttgart bündelt das medizinische Know-how seiner über 50 Kliniken und Institute in sechs organisatorische Zentren.


Zentrum für Kinder-, Jugend- und Frauenmedizin

  • Frauenklinik – Schwerpunkt Geburtshilfe
  • Frauenklinik – Schwerpunkt Gynäkologie
  • Pädiatrie 1 – Pädiatrische Neurologie, Psychosomatik und Schmerztherapie
  • Pädiatrie 1 – Sozialpädiatrie
  • Pädiatrie 2 – Allgemeine und Spezielle Pädiatrie
  • Pädiatrie 3 – Zentrum für Angeborene Herzfehler Stuttgart, Pädiatrische Intensivmedizin, Pneumologie und Allergologie
  • Pädiatrie 4 – Neonatologie und neonatologische Intensivmedizin
  • Pädiatrie 5 – Onkologie, Hämatologie und Immunologie
  • Kinderchirurgische Klinik
  • Pädiatrische HNO
  • Radiologisches Institut (Kinderradiologie)
  • Orthopädische Klinik (Frauen/Kinder)

Zentrum für Operative Medizin

  • Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie
  • Klinik für Urologie und Transplantationschirurgie
  • Klinik für Gefäßchirurgie, Endovaskuläre Chirurgie und Transplantationschirurgie
  • Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Transplantationschirurgie (KH und KBC)
  • Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten, Plastische Operationen
  • Klinik für Hand-, Plastische und Ästhetische Chirurgie
  • Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie (KH und KBC)
  • Zentrum für Dermatologie, Phlebologie und Allergologie (KBC)

Zentrum für Innere Medizin

  • Klinik für Herz- und Gefäßkrankheiten
  • Klinik für Nieren-, Hochdruck- und Autoimmunerkrankungen, Transplantationszentrum Stuttgart
  • Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin
  • Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
  • Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Gastroenterologie, Hepatologie und internistische Onkologie (KBC)
  • Klinik für Gastroenterologie, gastroenterologische Onkologie, Hepatologie, Infektiologie und Pneumologie (KH)
  • Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie

Zentrum für Seelische Gesundheit

  • Klinik für Spezielle Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie
  • Klinik für Suchtmedizin und Abhängiges Verhalten
  • Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie für Ältere
  • Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie
  • Institut für klinische Psychologie
  • Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Kopf- und Neurozentrum

  • Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Plastisch-ästhetische Operationen, Zentrum für Implantologie
  • Augenklinik
  • Neurochirurgische Klinik
  • Neuroradiologische Klinik
  • Neurologische Klinik

Zentrum für Diagnostik

  • Klinik für Nuklearmedizin
  • Zentralinstitut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin mit Laborpraxis
  • Institut für Pathologie mit Praxis für Pathologie
  • Zentralinstitut für Transfusionsmedizin und Blutspendedienst
  • Institut für klinische Genetik
  • Institut für Krankenhaushygiene
  • Apotheke
  • Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie

Die Standorte des Klinikum Stuttgart

Neben kleinen ambulanten Strukturen bündelt das Klinikum Stuttgart die Patientenversorgung insbesondere in den drei Häusern Olgahospital, Katharinenhospital und Krankenhaus Bad Cannstatt.

Katharinenhospital

Katharinenhospital

Das Stuttgarter Katharinenhospital wurde zwischen 1955 und 1968 nach Plänen des Architekten Richard Döcker errichtet.[10] Infolge der im Jahr 2005 beschlossenen Neuordnung der Stuttgarter Kliniken wurden ab 2011 mit einem Budget von über 300 Millionen Euro neben dem Katharienenhospital neue Gebäude errichtet und bestehende Gebäude – so der sogenannte „Katharinenhof“ – umgestaltet.[11]

Das Katharinenhospital ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung und dient auch als akademisches Lehrkrankenhaus der Eberhard-Karls-Universität Tübingen.

Das Hospital wurde 1820–1827 als erstes allgemeines Krankenhaus der Stadt Stuttgart erbaut und bis zu seiner Zerstörung 1944 ständig umgebaut und erweitert. 1957–1967 wurde das Krankenhaus wiederaufgebaut und 1993 um das Funktionsgebäude ergänzt.

Als überregionales Traumazentrum verfügt das Katharinenhospital über 2 Schockräume und eine hochmoderne interdisziplinäre Notaufnahme.

Ein Hubschrauberlandeplatz ist auf dem Dach.

Im Jahr 2017 begann eine umfangreiche bauliche Erweiterung des Gebäudekomplexes, unter anderen um ein zentrales Gebäude mit einer mehrgeschossigen Halle, die mehrere Klinikgebäude verbinden sollte.[12] Der „Bau F“ wurde im Jahr 2021 eingeweiht.[13]

Geschichte

Anfang des 19. Jahrhunderts verfügte Stuttgart, das damals 20.000 Einwohner zählte, nur über wenige Hundert Krankenbetten, die über mehrere Krankenhäuser und soziale Einrichtungen verstreut waren.[14][15][16] Dazu gehörten u. a. die folgenden Häuser:

  • das Herzogliche Pfleghaus (Krankenhaus),
  • das Seelhaus (Herberge, Entbindungsstation)
  • und das Siechenhaus (Krankenhaus).

Altbau

Ansicht des Katharinenhospitals von Süden, 1828.

Der Mangel an Krankenhausbetten sollte Ende der 1790er Jahre durch einen Krankenhausneubau oder die Vergrößerung eines bestehenden Hauses behoben werden. Finanzierungsprobleme und unklare Zuständigkeiten vereitelten jedoch diese Pläne. 1817 beschloss König Wilhelm I., ein neues den Bedürfnissen entsprechendes Kranken- und Gebärhaus bauen zu lassen. Den äußeren Anlass für die zügige Realisierung des Vorhabens bildete der plötzliche Tod der sozial engagierten Königin Katharina von Württemberg 1819, der mit dem Krankenhaus ein Denkmal gesetzt werden sollte. Die veranschlagten Baukosten von fast 250.000 Gulden wurden durch den König, ein Spendenkomitee sowie die Staatskasse und die Stadt finanziert.[17]

Lageplan des Katharinenhospitals, 1827.

Von 1820 bis 1827 wurde das neue 230-Betten-Krankenhaus nach den Plänen von Nikolaus Friedrich von Thouret an der Ecke Kriegsbergstraße und Herdweg erbaut.[18] Schon im Jahr der Grundsteinlegung 1820 wurde das bisherige St. Katharinenhospital in Bürgerhospital umbenannt, so dass das neue Krankenhaus auf den Namen der verstorbenen Königin Katharina getauft werden konnte („Catharinen-Hospital“). Die Eröffnung des Krankenhauses fand am 9. Januar 1828, dem neunten Todestag der Namensgeberin Königin Katharina statt.[19]

Das Krankenhaus maß in der Breite etwa 90 Meter, die beiden Seitenflügel waren etwa 40 Meter lang.[20] Es wurde in einfachem klassizistischen Stil als dreistöckiger Dreiflügelbau gebaut und von einem Walmdach gekrönt. Den breiten Mittelflügel zeichnete ein Mittelrisalit aus, der mit einem Dreiecksgiebel abschloss. Die vorspringenden Seitenflügel und der Mittelflügel schlossen einen nach vorne offenen Hof ein. Der Mittelbau bestand an der Vorderseite aus 15 Fensterachsen, die sich zu je fünf auf den Mittelrisalit und die beiden Zwischenbauten verteilten, die Seitenflügel verfügten an der Frontseite über je drei Achsen.

Historische Ansichten

Kunst am Bau

BildKünstlerWerkJahrKoordinaten
Ludwig Habich Hermann-Burckhardt-Denkmal

Bronzestatue eines nackten jungen Manns auf einem Steinpiedestal mit einem Porträtrelief von Obermedizinalrat Hermann Burckhardt (1847–1907), seit 1883 Chefarzt der Chirurgischen Abteilung des Katharinenhospitals.[21]
Standort: Katharinenhospital Stuttgart, Hegelpatz, Ecke Kriegsbergstraße/Herdweg, zwischen Haus G und Haus 33 (Sana Herzchirurgie).
Bildhauer: Ludwig Habich, Ausführung: Richard Schönfeld, Guss: Adalbert Brandstetter, München, Architektur: Paul Bonatz.

1911 48,7826° N, 9,1711° O
Otto Baum Krankenpflege

Großrelief, Muschelkalk, 5 × 17,5 Meter.
Standort: Katharinenhospital Stuttgart, Verbindungsgang zwischen Haus A und I, Jägerstraße 58.

1958 48,7835° N, 9,1717° O
Horst Antes Große Figur

„Der zum Ausgang schreitende, geheilte Mensch“,[22] Kolossalfigur, Edelstahl, Höhe 11 Meter. – „Kopffüßler“, der vom Kopf über einen armlosen undifferenzierten Körper in einen dicken Klumpfuß übergeht.
Standort: Katharinenhospital Stuttgart, Haus E, Kriegsbergsstraße 60, Innenhof, Erdgeschoss.
Literatur: #Wischer 2007.

1992–1993 48,7834° N, 9,1738° O
Nikolaus Koliusis Akrobaten

4 Schirme, 2 × weiß, 2 × gelb, Stoff, Alu, Edelstahlseile.
Ehemaliger Standort: Katharinenhospital Stuttgart, „nicht mehr auffindbar, nachdem Umbauarbeiten zur zeitweiligen Demontage geführt haben“.[23]
Literatur: #Koliusis 2007.

1994 48,7834° N, 9,1738° O
Nikolaus Koliusis Artisten

Farbfotografie, Rahmen Eiche, Glas.
Standort: Katharinenhospital Stuttgart, Haus E, Kriegsbergsstraße 60, Innenhof, am Ende des Treppenaufgangs rechts.
Literatur: #Koliusis 2007.

1995 48,7834° N, 9,1738° O
Nikolaus Koliusis Augenhöhe

Permanente Installation von sieben Bildpaaren, die das Blitzlichtfoto eines Spiegels dem Foto eines Gefäßes aus dem in der Nähe gelegenen Völkerkundemuseum Linden-Museum gegenüberstellen.
Standort: Katharinenhospital Stuttgart, Dienstleistungszentrum (DLZ), Sattlerstraße 25.
Literatur: #Koliusis 2009.

2009 48,7847° N, 9,1702° O
HWP Diedenhofen[24] Brainfruits. Menagerie à trois

Dreiteilige farbige Figurengruppe, Höhe ca. 130 cm, Holz.
Standort: Katharinenhospital Stuttgart, Haus E, Kriegsbergsstraße 60, Innenhof, am Ende des Treppenaufgangs links.

1996 48,7834° N, 9,1738° O
 ? Medaillon von Königin Katharina und Gedenkplakette

Medaillon mit einem Bildnis der Königin Katharina von Württemberg und Gedenkplakette zur Erinnerung an die Grundsteinlegung für das Katharinenhospital im Juni 1820, Gips.
Standort: Katharinenhospital Stuttgart, Haus E, Kriegsbergsstraße 60, Innenhof.

 ? 48,7834° N, 9,1738° O
Joachim Rehm, 1964–1981 Leiter der Unfallchirurgie des Katharinenhospitals Mutter mit Kind

Hochrelief, Holz.
Standort: Katharinenhospital Stuttgart, Haus B.

 ? 48,7834° N, 9,1738° O

Funktionsgebäude

In den Jahren 1992/1993 erbaute die Architektengruppe Heinle, Wischer und Partner zwischen Kriegsbergstraße und dem (bis zu zehn Stockwerke hohen) „Bettenhausriegel, der früher die Straßenansicht des Krankenhauses bestimmte,“[25] den wesentlich niedrigeren fünfstöckigen Funktionsneubau (Haus E), der „als zentraler Eingangsbereich den Zugang zum Konglomerat der Altbauten neu ordnet.“[26]

„So kompakt und niedrig wirkt der Neubau von außen, daß erstmals eintretende Besucher auf die hohe, über alle Geschosse reichende, luftige Halle, die sich wie ein riesiger Wintergarten hinter dem Eingang auftut, gar nicht gefaßt sind. »Wintergarten« bezeichnet exakt das bauphysikalische Prinzip, das die Architekten bei der Konzeption im Kopf hatten: Die von einem gläsernen Tonnendach[27] überwölbte Halle ist nicht klimatisiert, sondern dient als Klimapuffer für die Behandlungsräume und Labors ringsum, die alle über sie belichtet und belüftet werden. Ein Hain aus Eukalyptusbäumen, Basaltpflaster und ein kleiner Wasserlauf bilden eine hübsche, wenn auch etwas karge Reminiszenz an den Garten des Karharinenhospitals, der sich einstmals hier befand und (sehr zum Leidwesen der Angestellten) dem Neubau geopfert werden mußte.“[28]

Kliniken an der Kriegsbergstraße 2014 (vom Herdweg bis zur Keplerstraße)

Olgahospital

Der ehemalige Standort des Olgahospitals aus der Luft gesehen

Das Kinderkrankenhaus Olgahospital (kurz: „Olgäle“) steht seit Mai 2014 am zentralen Standort des Klinikum Stuttgart und teilt sich dort einen Neubau mit der Frauenklinik.[29] Es verfügt über 358 Planbetten in 15 verschiedenen Organisationseinheiten bzw. Fachabteilungen.[30][31] Die Klinik ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Tübingen und gilt als die größte Kinderklinik Deutschlands.

Das erste Kinderkrankenhaus in Stuttgart wurde am 9. August 1842 von den Ärzten Georg von Cleß und Otto Elben eröffnet. 1849 erhielt diese Einrichtung den Namen „Olga-Heilanstalt für Kinder“ nach der württembergischen Kronprinzessin und späteren Königin Olga. 1974 wurde das Krankenhaus in der Bismarckstraße neu gebaut. Im Jahr 1979 erfolgte die Vereinigung mit den Städtischen Kinderkliniken.

Der ehemalige Eingang zum Olgahospital am alten Standort

Am 1. Juli 1999 folgte der Zusammenschluss mit den drei städtischen Krankenhäusern Bürgerhospital, Katharinenhospital und Krankenhaus Bad Cannstatt zum Klinikum Stuttgart.

Im Mai 2014 folgte der Umzug an den Standort Mitte und im Oktober 2015 begann der Abbruch des alten Klinikgebäudes. Auf dem Gelände entstanden zwischen 2017 und 2019 rund 220 neue Wohnungen im sogenannten Olga-Areal.[32][33]

Radio Rio

Seit 2008 wird der krankenhausinterne Radiosender Radio Rio produziert. Seit dem Neubau des Olgahospitals besitzt der Sender ein eigenes Studio im Krankenhaus. Jeden Mittwoch werden von Moderatorin Julia Holzwarth vier Stunden live Geschichten rund um das Olgäle und aus der Welt präsentiert. Der private Hörfunksender Antenne 1 ist Medienpartner von Radio RiO.

Krankenhaus Bad Cannstatt

Das Krankenhaus Bad Cannstatt verfügt über rund 800 vollstationäre und tagesklinische Betten. Das Zentrum für Hautkrankheiten im Krankenhaus Bad Cannstatt ist die älteste und mit mehr als 8.000 stationären Fällen jährlich die aktuell größte Versorgungsstruktur für stationäre dermatologische Patienten in Deutschland. Am Krankenhaus Bad Cannstatt befindet sich auch der Großteil des klinischen Angebotes des Zentrums für Seelische Gesundheit. Es ist eine der größten und differenziertesten psychiatrischen Abteilungen an einem Allgemeinkrankenhaus in Deutschland.

Finanzsituation

Für das Klinikum Stuttgart ergab sich im Jahr 2015 ein Fehlbetrag von fast 20 Millionen Euro; hinzu kamen Rücklagen in Höhe von 7 Millionen Euro wegen zahlungskräftiger aber nicht immer zahlungswilliger Krankenhauskunden aus dem Nahen Osten.[34] Das Defizit war neben hoher Baukosten insbesondere durch ein gescheitertes Geschäft mit der International Unit verursacht, die für die Abwicklung ausländischer Patienten verantwortlich war. Die Finanzplanung Stand Ende 2017 sieht vor, dass das Defizit im Jahr 2021 komplett abgebaut sein wird.[35]

Literatur

  • (ay): Heil-Tech. Funktionsbau des Katharinenhospitals in Stuttgart. In: Deutsche Bauzeitung 127.1993, Heft 12, Seite 28–33.
  • Karl Büchele: Stuttgart und seine Umgebungen für Einheimische und Fremde, Stuttgart 1858, Seite 109–110.
  • Paul Faerber: Das Katharinenhospital. In: Nikolaus Friedrich von Thouret. Ein Baumeister des Klassizismus. Stuttgart 1949, Seite 336–338, Tafel 108–109.
  • Albert Glück (Redaktion): Landeshauptstadt Stuttgart, Hochbauten 1970/85. München 1984, Seite 78–80.
  • Albert Glück (Redaktion): Landeshauptstadt Stuttgart, Hochbauten 1986/93. München 1994, Seite 34–37.
  • Jürgen Hagel: Stuttgart-Archiv, 8 Lieferungen. [Braunschweig] 1989–1996, Nr. 01056.
  • Alan Holgate: The Art of Structural Engineering: The Work of Jörg Schlaich and His Team. Stuttgart 1997, Seite 253 (Funktionsgebäude).
  • Klinikum Stuttgart (Hrsg.): Klinikum Stuttgart, Jahresbericht 2012. Stuttgart [2013], nur online (Abruf: März 2014).
  • Klinikum Stuttgart (Hrsg.): Baudokumentation Klinikum Stuttgart [1]. Stuttgart [ohne Jahr], nur online (Abruf: März 2014).
  • Klinikum Stuttgart (Hrsg.): Baudokumentation Klinikum Stuttgart [2]. Stuttgart [ohne Jahr], nur online (Abruf: März 2014).
  • Herbert Kolb (Hrsg.): Katharinenhospital Stuttgart, 150 Jahre. Stuttgart [1978].
  • Landeshauptstadt Stuttgart (Hrsg.): 100 Jahre Bürgerhospital an der Tunzhofer Straße. Stuttgart 1994.
  • Ludwig Krinn (Redaktion): Landeshauptstadt Stuttgart, Hochbauten 1994–2004. München 2004, Seite 47–50; 55-56
  • Karl Pfaff: Geschichte der Stadt Stuttgart. Band 2: Geschichte der Stadt vom Jahre 1651 bis zum Jahre 1845. Frankfurt am Main 1981, Seite 90–91, 437–445 (besonders 441–445).
  • Paul Sauer: 500 Jahre Hospitalkirche. Stuttgart 1993, Seite 46–50.
  • Paul Sauer: Geschichte der Stadt Stuttgart. Band 2: Von der Einführung der Reformation bis zum Ende des 17. Jahrhunderts. Stuttgart 1993, Seite 121–125, 312–313 (Krankenanstalten).
  • Paul Sauer: Geschichte der Stadt Stuttgart. Band 3: Vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis zum Abschluß des Verfassungsvertrags für das Königreich Württemberg 1819. Stuttgart 1995, Seite 202–209 (Krankenanstalten).
  • Amber Sayah: Katharinenhospital in Stuttgart. Das Krankenhaus in der Stadt. In: Der Baumeister, das Architektur-Magazin 90.1993, Heft 10, Seite 27–32.
  • Jörg Schlaich; Matthias Schüller: Ingenieurbauführer Baden-Württemberg. Berlin 1999, Seite 384–385.
  • Stadtverwaltung Stuttgart (Hrsg.): Festschrift zum 100jährigen Bestehen des Katharinen-Hospitals in Stuttgart, 9. Januar 1928. Stuttgart 1928.
  • Stuttgart baut. Entwicklungen und neue Bauprojekte 2.2004/2005, Seite 80–81, 3.2005, Seite 76–79, 4.2006, Seite 40–45, 5.2007, Seite 22–28, 6.2009, Seite 34–38, 7.2009, Seite 36–41.
  • Gustav Wais: Alt-Stuttgarts Bauten im Bild. 640 Bilder, darunter 2 farbige, mit stadtgeschichtlichen, baugeschichtlichen und kunstgeschichtlichen Erläuterungen. Stuttgart 1951, Nachdruck Frankfurt am Main 1977, Nr. 224, 230–232.
  • Gustav Wais: Alt-Stuttgart. Die ältesten Bauten, Ansichten und Stadtpläne bis 1800. Mit stadtgeschichtlichen, baugeschichtlichen und kunstgeschichtlichen Erläuterungen. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1954, Seite 81–82 (Bürgerhospital).
  • E. J. Zeller: Stuttgart’s Privat-Gebäude von 1806 bis 1844. In einer Auswahl gegeben von Baumeister E. J. Zeller. Stuttgart 1845–1846, Zweites Heft, Tafel 6.

Kunst am Bau

  • Albert Glück (Redaktion): Landeshauptstadt Stuttgart, Hochbauten 1986/93. München 1994, Seite 45 (Horst Antes).
  • Nikolaus Koliusis, Helmut A. Müller: „Ich kreiere Räume im Raum“. Helmut A. Müller im Gespräch mit Nikolaus Koliusis über Kunst im Krankenhaus. In: Artheon-Mitteilungen. 25, 2007, Seite 42–47 (online).
  • Nikolaus Koliusis (Illustration): Augenhöhe. Stuttgart 2009 (online (teilweise)).
  • René van der Krogt, Peter van der Krogt: Hermann-Burckhardt-Denkmal. (online, abgerufen im März 2014).
  • Robert Wischer: Kunst im Krankenhaus. In: Artheon-Mitteilungen. 25,2007, Seite 8–18, hier: 9, 10, 14

Einzelnachweise

  1. Die Frauenklinik war 1999 noch Teil des Krankenhaus Bad Cannstatt, ist aber seit 2014, zusammen mit dem Olgahospital, am Standort "Mitte" stationiert.
  2. Klinikum Stuttgart: Klinikum Stuttgart: Träger. Abgerufen am 28. August 2018.
  3. Klinikum Stuttgart: Jahresbericht 2017. (PDF) Abgerufen am 31. Mai 2019.
  4. Mathias Bury: Neue Rechtsform für das Klinikum kommt. In: Stuttgarter Zeitung. 12. Oktober 2018, abgerufen am 14. Februar 2019.
  5. Klinikum Stuttgart: Krankenhausleitung Klinikum Stuttgart. Abgerufen am 31. Juli 2019.
  6. Frauenklinik – von Cannstatt ins neue Klinikum Stuttgarter Nachrichten, 17. Mai 2014
  7. Stuttgarter Nachrichten: Klinikum bündelt die Kompetenzen. Abgerufen am 31. Juli 2019.
  8. Stuttgarter Nachrichten: Katharinenhospital wird nun komplett neu gebaut. Abgerufen am 31. Juli 2019.
  9. Mathias Bury: Patienten ziehen in den Neubau des Katharinenhospitals um. In: Stuttgarter Zeitung. Stuttgarter Zeitung, 18. Februar 2022, abgerufen am 13. April 2022 (deutsch).
  10. Profil Katharinenhospital auf der Website der Stadt Stuttgart, aufgerufen am 28. Januar 2023
  11. "Klinikum Stuttgart: Katharinenhof soll einem Neubau weichen", Bericht vom 20. November 2011 in den Stuttgarter Nachrichten (online), aufgerufen am 28. Januar 2023
  12. "Die Modernisierung des Klinikums schreitet voran", Bericht vom 15. Februar 2017 auf der Website des Klinikum Stuttgart, aufgerufen am 18. Januar 2023
  13. Einweihung Neubau des Klinikum Stuttgart und Rundgang durch die Klinik, Bericht auf Regio TV vom 15. Oktober 2021, aufgerufen am 28. Januar 2023
  14. Stadtverwaltung 1928 (Hrsg): Festschrift zum 100 jährigen Bestehen des Katharinen-Hospitals in Stuttgart, 9. Januar 1928. Stuttgart 1928. S. 11, 188–203.
  15. Karl Pfaff: Geschichte der Stadt Stuttgart. Band 2: Geschichte der Stadt vom Jahre 1651 bis zum Jahre 1845. Frankfurt am Main 1981, S. 90–91, 437–445 (besonders 441–445).
  16. Gustav Wais: Alt-Stuttgarts Bauten im Bild. 640 Bilder, darunter 2 farbige, mit stadtgeschichtlichen, baugeschichtlichen und kunstgeschichtlichen Erläuterungen. Stuttgart (Nachdruck Frankfurt am Main) 1951, S. 224, 230–232 (Nr.).
  17. Stadtverwaltung Stuttgart (Hrsg): Festschrift zum 100jährigen Bestehen des Katharinen-Hospitals in Stuttgart. Stuttgart 9. Januar 1928, S. 11–19.
  18. Stadtverwaltung Stuttgart (Hrsg): Festschrift zum 100jährigen Bestehen des Katharinen-Hospitals in Stuttgart. Stuttgart 9. Januar 1928, S. 22.
  19. Stadtverwaltung Stuttgart: Festschrift zum 100jährigen Bestehen des Katharinen-Hospitals in Stuttgart. Hrsg.: Stadt Stuttgart. Stuttgart 9. Januar 1928, S. 2226.
  20. Karl Pfaff: Geschichte der Stadt Stuttgart. Band 2: Geschichte der Stadt vom Jahre 1651 bis zum Jahre 1845. Frankfurt am Main 1981, S. 90.
  21. #Kolb 1978, Seite 66, #Krogt 2014.
  22. #ay 1993, Seite 30.
  23. E-Mail von Nikolaus Koliusis vom 20. März 2014.
  24. Siehe Webseite: .
  25. #Sayah 1993, Seite 30. – Bettenhausriegel: Haus A und B.
  26. #Sayah 1993, Seite 27.
  27. Tragwerksplanung: Schlaich, Bergermann und Partner. – #Holgate 1997, #Schlaich 1999.
  28. #Sayah 1993, Seite 30.
  29. Von Cannstatt ins neue Klinikum. Abgerufen am 18. November 2022.
  30. Olgahospital / Frauenklinik. Abgerufen am 18. November 2022.
  31. Neubau von Olgahospital und Frauenklinik eröffnet - OB Kuhn: Hier wurde Großartiges geschaffen - Minister Schmid: Zuschuss des Landes gut angelegt - Klinikum-Geschäftsführer Schmitz: Optimale Patientenversorgung möglich. Archiviert vom Original am 24. September 2015; abgerufen am 18. November 2022.
  32. Baustart auf dem Olgäle-Areal. Abgerufen am 18. November 2022.
  33. Am Olga-Areal ziehen bald die ersten Bewohner ein. Abgerufen am 18. November 2022.
  34. 27-Millionen-Euro-Defizit: Hoher Fehlbetrag beim Klinikum Stuttgart. In: kma-online.de. 18. Juli 2016, abgerufen am 22. Februar 2018.
  35. Klinikum Stuttgart soll bis 2021 raus aus den roten Zahlen. In: kma-online.de. 24. November 2017, abgerufen am 22. Februar 2018.

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