Lessau (Weidenberg)

Lessau ist ein Gemeindeteil des Markts Weidenberg im oberfränkischen Landkreis Bayreuth.

Lessau
Höhe: 428 m ü. NHN
Einwohner: 104 (Apr. 2020)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 95466
Vorwahl: 09278

Geographie

Das Dorf liegt am Fuße des Pensenberges (562 m ü. NHN, 2,2 km nordwestlich) und wird vom Würgersbach, einem rechten Zufluss der Ölschnitz, durchflossen. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt am Gebhardtshof vorbei nach Stockau (2 km westlich) bzw. zur Staatsstraße 2463 (1,1 km östlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Lankendorf zur Kreisstraße BT 6 (2,4 km nördlich).[2]

Geschichte

Der Ort im Jahr 1150 als „Lesen“ Erstmals urkundlich erwähnt.[1]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Lessau 17 Anwesen (3 Höfe, 4 Halbhöfe, 1 Zweidrittelhof, 1 Drittelhof, 3 Sölden, 1 Mühle, 2 Tropfhäuser, 1 Gemeindeschmiede, 1 Gemeindehirtenhaus). Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Bayreuth zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte das Hofkastenamt Bayreuth.[3]

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Bayreuth. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde Lessau bayerisch. Infolge des Gemeindeedikts wurde Lessau dem Steuerdistrikt Neunkirchen am Main zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Lessau. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Bayreuth zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Bayreuth (1919 in Finanzamt Bayreuth umbenannt). Mit dem Gemeindeedikt von 1818 wurde Stockau eingemeindet. Etwas später wurden auf dem Gemeindegebiet Flurhof, Gebhardtshof und Neuwiese gegründet. Ab 1862 gehörte Lessau zum Bezirksamt Bayreuth (1939 in Landkreis Bayreuth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Bayreuth (1879 in Amtsgericht Bayreuth umgewandelt).[4] Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 7,588 km².[5] Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Lessau am 1. Januar 1972 nach Weidenberg eingemeindet.[6]

Baudenkmäler

  • Haus Nr. 13: Wohnstallhaus
  • Haus Nr. 20: Wohnhaus
  • Haus Nr. 24: Steinmühle

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Lessau

Jahr 182218401852185518611867187118751880188518901895190019051910191919251933193919461950195219611970
Einwohner 305358403402398432420404440423391383359347318313283245243428404347273261
Häuser[7] 32495254464751
Quelle [4][8][8][8][9][8][10][8][8][11][8][8][12][8][8][8][13][8][8][8][14][8][5][15]

Ort Lessau

Jahr 001819001822001861001871001885001900001925001950001961001970001987002020
Einwohner 159164211208213168146166111117110104*
Häuser[7] 16252522212124
Quelle [16][4][9][10][11][12][13][14][5][15][17][1]

Religion

Lessau ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und teils nach St. Laurentius (Neunkirchen am Main), teils nach St. Michael (Weidenberg) gepfarrt.[3][5]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Lessau auf der Website markt-weidenberg.de
  2. Lessau im BayernAtlas. Entfernungsangaben jeweils Luftlinie.
  3. R. Winkler: Bayreuth, S. 372. Hier werden abweichend 32 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.
  4. R. Winkler: Bayreuth, S. 476.
  5. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 656 (Digitalisat).
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 432.
  7. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
  8. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 138, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  9. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 845, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  10. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1016–1017, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  11. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 963 (Digitalisat).
  12. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1008-1008 (Digitalisat).
  13. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1030 (Digitalisat).
  14. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 891 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 151 (Digitalisat).
  16. A. H. Hoenig (Hrsg.): Topographisch-alphabetisches Handbuch über die in dem Ober-Mainkreise befindlichen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Mühlen und Einöden. Bayreuth 1820, S. 70 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 298 (Digitalisat).
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