Olympiade

Eine Olympiade (vom Wortstamm Ὀλυμπιάδ- Olympiád- des griechischen Substantivs Ὀλυμπιάς Olympiás „olympisch, Olympische Spiele, Sieg bei den Olympischen Spielen, Zeitraum zwischen zwei Olympischen Spielen“; der Wortstamm ist im Nominativ nicht erkennbar, aber z. B. im Genitiv Ὀλυμπιάδος Olympiádos)[1] bezeichnet gemeinhin den vierjährigen Zeitraum zwischen zwei Olympischen Spielen. Dem Ursprung nach beginnt sie mit der Eröffnung Olympischer Spiele und endet mit dem Moment, in dem die Folgeolympiade einsetzt. Nach neuzeitlicher Definition beginnt eine Olympiade dagegen bereits mit dem Beginn des Jahres, in dem Olympische Sommerspiele turnusgemäß abgehalten werden, womit sie dann exakt vier Jahre umfasst.[2] Schon in der griechischen Archaik des 6. Jahrhunderts v. Chr., wie teilweise auch heute, wird die Bezeichnung auch für die Olympischen Spiele selbst verwendet.

2023 in anderen Kalendern
Ab urbe condita 2776
Armenischer Kalender 1471–1472
Äthiopischer Kalender 2015–2016
Badi-Kalender 179–180
Bengalischer Kalender 1429–1430
Berber-Kalender 2973
Buddhistischer Kalender 2567
Burmesischer Kalender 1385
Byzantinischer Kalender 7531–7532
Chinesischer Kalender
 – Ära4719–4720 oder
4659–4660
 60-Jahre-Zyklus

Wasser-Tiger (壬寅, 39)–
Wasser-Hase (癸卯, 40)

Französischer
Revolutionskalender
CCXXXICCXXXII
231–232
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 Vikram Sambat 2079–2080
 Shaka Samvat 1945–1946
Iranischer Kalender 1401–1402
Islamischer Kalender 1444–1445
Japanischer Kalender
 – Nengō (Ära): Reiwa 5
 – Kōki2683
Jüdischer Kalender 5783–5784
Koptischer Kalender 1739–1740
Koreanischer Kalender
 Dangun-Ära 4356
 Juche-Ära 112
Minguo-Kalender 112
Olympiade der Neuzeit XXXII
Seleukidischer Kalender 2334–2335
Thai-Solar-Kalender 2566

Das Jahr 2023 befindet sich in der XXXII (32.) Olympiade der Neuzeit.

Antike

Die ersten Olympischen Spiele in Olympia wurden der Überlieferung zufolge im antiken Griechenland im Jahr 776 v. Chr. abgehalten. Mit diesem Jahr beginnen die Siegerlisten. Es ist der Ausgangspunkt der klassischen griechischen Zeitrechnung.[3] Die Zählung der Olympiaden wurde aber erst vom Geschichtsschreiber Timaios von Tauromenion eingeführt, der im 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. lebte. Erst danach begann die Datierung von Ereignissen nach Olympiaden, und die Olympiadenrechnung wurde zur Grundlage der griechischen Chronologie.

Neuzeit

1896 begann die erste Olympiade der Neuzeit in Athen. Das Internationale Olympische Komitee definiert die Olympiade als den Zeitraum von vier Jahren, der jeweils am 1. Januar des Jahres der Sommerspiele beginnt.[2] Die erste Olympiade der Neuzeit begann demnach am 1. Januar 1896, die XXXII. Olympiade der Neuzeit am 1. Januar 2020, dem Jahr, in dem die Olympischen Sommerspiele 2020 hätten stattfinden sollen, die deshalb offiziell die Spiele (zur Feier) der XXXII. Olympiade heißen. Die Olympiaden werden mit römischen Zahlen nummeriert. Sommerspiele finden in jenen Jahren statt, die durch vier teilbar sind.

Die Zeitrechnung in Olympiaden ist unabhängig davon, ob die Spiele stattfinden oder nicht. Die Olympischen Sommerspiele 1936 waren die Spiele der XI. Olympiade. Nachdem wegen des Zweiten Weltkrieges 1940 und 1944 keine Spiele ausgetragen wurden, wurden die Sportveranstaltungen 1948 mit den Spielen der XIV. Olympiade wieder aufgenommen.

Die Winterspiele werden im Gegensatz zu den Sommerspielen fortlaufend nummeriert. Die IV. Olympischen Winterspiele wurden 1936 ausgetragen, die V. Olympischen Winterspiele aber erst 1948. Seit 1994 finden die Olympischen Winterspiele zudem in jenen geraden Jahren statt, in denen keine Sommerspiele stattfinden. Sie finden seither in der Mitte jeder Olympiade statt.

Überblick der Olympiaden mit den Olympischen Sommerspielen (Sommer), Olympischen Winterspielen (Winter), Sommer-Paralympics (Sommerp.), Winter-Paralympics (Winterp.), Olympischen Jugend-Sommerspielen (Sommerj.) und Olympischen Jugend-Winterspielen (Winterj.):

Olympiade1. Jahr2. Jahr3. Jahr4. Jahr
I1896 Sommer189718981899
II1900 Sommer190119021903
III1904 Sommer19051906 Zwischen1907
IV1908 Sommer190919101911
V1912 Sommer191319141915
VI1916 Sommer191719181919
VII1920 Sommer192119221923
VIII1924 Sommer Winter192519261927
IX1928 Sommer Winter192919301931
X1932 Sommer Winter193319341935
XI1936 Sommer Winter193719381939
XII1940 Sommer Winter194119421943
XIII1944 Sommer Winter194519461947
XIV1948 Sommer Winter194919501951
XV1952 Sommer Winter195319541955
XVI1956 Sommer Winter195719581959
XVII1960 Sommer Sommerp. Winter196119621963
XVIII1964 Sommer Sommerp. Winter196519661967
XIX1968 Sommer Sommerp. Winter196919701971
XX1972 Sommer Sommerp. Winter197319741975
XXI1976 Sommer Sommerp. Winter Winterp.197719781979
XXII1980 Sommer Sommerp. Winter Winterp.198119821983
XXIII1984 Sommer Sommerp. Winter Winterp.198519861987
XXIV1988 Sommer Sommerp. Winter Winterp.198919901991
XXV1992 Sommer Sommerp. Winter Winterp.19931994 Winter Winterp.1995
XXVI1996 Sommer Sommerp.19971998 Winter Winterp.1999
XXVII2000 Sommer Sommerp.20012002 Winter Winterp.2003
XXVIII2004 Sommer Sommerp.20052006 Winter Winterp.2007
XXIX2008 Sommer Sommerp.20092010 Winter Winterp. Sommerj.2011
XXX2012 Sommer Sommerp. Winterj.20132014 Winter Winterp. Sommerj.2015
XXXI2016 Sommer Sommerp. Winterj.20172018 Winter Winterp. Sommerj.2019
XXXII2020 Winterj.2021 Sommer Sommerp.2022 Winter Winterp. Sommerj.2023
XXXIII2024 Sommer Sommerp. Winterj.20252026 Winter Winterp. Sommerj.2027
XXXIV2028 Sommer Sommerp. Winterj.20292030 Winter Winterp. Sommerj.2031
XXXV2032 Sommer Sommerp. Winterj.20332034 Winter Winterp. Sommerj.2035
XXXVI2036 Sommer Sommerp. Winterj.20372038 Winter Winterp. Sommerj.2039

Begriff

Schon Pindar verwandte zu seiner Zeit (im 6. Jahrhundert v. Chr.) den Begriff nicht nur für den Vierjahreszeitraum, sondern ebenfalls für die Veranstaltung der Olympischen Spiele.[4] Dies gilt ebenso für viele Sprachen heute. In deutschen Wörterbüchern und Lexika ist die synonyme Verwendung für die Spiele seit den 1930er Jahren belegt.[5][6] Im Englischen unterscheidet man hingegen zwischen dem Zeitraum der Olympiad und der Veranstaltung Olympics.

Im Deutschen und in weiteren Sprachen erhalten andere Wettbewerbe den Namen, wie Schacholympiade oder Deutsche Mathematik-Olympiade. Von "Olympiade" ausgehend, hat sich das Suffix -ade auch auf andere Sportveranstaltungen ausgedehnt, etwa die Makkabiade.

Markenschutz

Die Begriffe „Olympiade“, „Olympia“ und „olympisch“ sind in Deutschland durch das Olympiaschutzgesetz geschützt.[7] Eine Verwendung außerhalb der vom IOC veranstalteten oder genehmigten Anlässe kann zu Schadenersatzforderungen führen. Allerdings wurde die Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes durch das Landgericht Darmstadt in einem zwischenzeitlich rechtskräftigen Urteil (Aktenzeichen 14 O 744/04) angezweifelt, wodurch eine tatsächliche Rechtswirkung fraglich bleibt.

Siehe auch

Literatur

  • Christoph Rieken: Der Schutz olympischer Symbole. Schutzrechte an den olympischen Ringen und den olympischen Bezeichnungen in Deutschland (= Geistiges Eigentum und Wettbewerbsrecht. Band 15). Mohr Siebeck, Tübingen 2006, ISBN 3-16-149334-6 (zugleich: Dissertation Universität München 2006).

Einzelnachweise

  1. Ὀλυμπιάς II.1. In: A Greek-English Lexicon. Abgerufen am 16. August 2016.
    Wilhelm Gemoll: Griechisch-Deutsches Schul- und Handwörterbuch. München / Wien 1965.
  2. Olympic Charter. (PDF; 653 kB) Internationales Olympisches Komitee, 7. Juli 2007, S. 20, abgerufen am 13. Februar 2010 (englisch).
  3. Paul Christesen: Olympic Victor Lists and Ancient Greek History. Cambridge University Press, Cambridge/New York 2007.
  4. Pindar, Olympie I, Vers 94. Abgerufen am 16. August 2016 (Siehe auch A Greek-English Lexicon s. v. Ὀλυμπιάς II.1.).
  5. Seit wann heißen die Olympischen Spiele Olympiade?. Auf der Internetseite der Gesellschaft für deutsche Sprache.
  6. Olympiade, die. In: Duden online, abgerufen am 10. August 2016.
  7. http://olympiaschutzgesetz.de/kommentar
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