Sophie Alisch

Sophie Alisch (* 8. November 2001 in Berlin) ist eine deutsche Profiboxerin im Federgewicht.

Sophie Alisch
Daten
Geburtsname Sophie Alisch
Geburtstag 8. November 2001
Geburtsort Berlin
Nationalität Deutschland Deutsch
Gewichtsklasse Federgewicht
Stil Orthodox
Größe 1,68 m
Kampfstatistik als Profiboxer/in
Kämpfe 8
Siege 8
K.-o.-Siege 1
Niederlagen 0
Unentschieden 0
Profil in der BoxRec-Datenbank

Amateurkarriere

Sophie Alisch verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit mit ihrer Familie im österreichischen Kitzbühel. Im Alter von zehn Jahren begann sie zunächst mit dem Tennissport und wurde dort in den Tiroler Landeskader berufen. Nach ihrer Rückkehr nach Berlin begann sie im Alter von 13 Jahren mit dem Boxsport im Isigym Berlin e.V. Nach sechs Monaten Boxtraining nahm Sophie Alisch mit einer Ausnahmegenehmigung des Berliner Boxverbands an den Deutschen Meisterschaften der Juniorinnen in Saarbrücken in der nächsthöheren Altersklasse teil und wurde Deutsche Vizemeisterin.

Sie wechselte im Juli 2015 zum Boxverband Mecklenburg-Vorpommern und wurde von da an im Bundesstützpunkt-Nachwuchs in Schwerin von Andy Schiemann und Michael Timm trainiert sowie weiterhin von ihrem Heimtrainer Alexander Wopilow in Berlin. In ihrem ersten Jahr in Schwerin wurde Sophie Alisch in den Kader der deutschen U17-Nationalmannschaft berufen. Auf nationaler Ebene entschied der Deutsche Boxsport-Verband aufgrund ihres Leistungsvermögens, dass Alisch die Altersklasse U17 komplett überspringt und in der nächsthöheren Klasse U19 antritt.

Im Oktober 2016 wurde sie in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm als 14-jährige Deutsche U19-Meisterin und stellte damit einen Rekord für die jüngste Titelträgerin in der U19-Klasse in der Geschichte des deutschen olympischen Frauenboxens auf. Nach diesem Erfolg wurde sie in den Perspektiv-Kader Tokio 2020 des Deutschen Boxsport-Verbandes berufen. Alisch war dort die einzige Junioren-/Jugend-Boxerin. Der Perspektiv-Kader bestand ansonsten nur aus der Damenklasse „Elite“.

Im Juli 2017 trat Alisch bei den Junioren-Europameisterschaften in Sofia an und gewann eine Bronzemedaille.[1] Im Oktober 2017 verteidigte sie die Deutsche Meisterschaft in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm und wurde dort als "Beste Technikerin" des Turniers ausgezeichnet. Im April 2018 gewann Alisch erneut Bronze bei einem internationalen Turnier. Diesmal bei den Jugend-Europameisterschaften im italienischen Roseto degli Abruzzi.

Profikarriere

Im Dezember 2018 wurde Sophie Alisch Profiboxerin.[2] Sie wird von ihrem Vater Michael Alisch und der Berliner Sportmanagement- und Vermarktungsagentur O1NE Sport GmbH gemanagt, die unter anderem WBO International Champion Artur Mann, IBF-Europameister Denis Radovan und den Olympiateilnehmer von 2016, Serge Michel, berät. Zudem unterzeichnete Alisch einen Vertrag beim deutschen Promoter Sauerland Event. Trainiert wurde sie zu Beginn ihrer Profikarriere von Torsten Schmitz, der unter anderem schon Regina Halmich betreute. Seit August 2020 wird Alisch wieder von ihren ehemaligen Amateurtrainern Andy Schiemann und Michael Timm betreut.[3]

Sie gab ihr Profidebüt am 16. Februar 2019[4] in Koblenz gegen Sopo Kintsurashvili aus Georgien und gewann durch K.o. in der ersten Runde. Am 2. November 2019 bezwang Alisch in ihrem fünften Profikampf[5] die ehemalige WM-Herausforderin Irma Balijagic Adler einstimmig nach Punkten.

Schon nach ihrem ersten Profijahr wurde Alisch vom Weltverband WBC als eine von sechs Boxerinnen weltweit als „Prospect of the Year“[6] nominiert. Im Februar 2020 eröffnete sie zudem in Berlin ihr eigenes SOPHIE ALISCH BXNG GYM. Für das Jahr 2020 erhielt sie eine erneute Nominierung zum „Prospect of the Year“ vom Weltverband WBC.[7] Zuvor besiegte Alisch im September 2020 im Vorprogramm der World Boxing Super Series die Ungarin Edina Kiss einstimmig nach Punkten.

Im April 2022 unterschrieb Alisch als erste deutsche Boxerin einen internationalen Management-Vertrag mit 258 MGT, der Management-Firma des ehemaligen Schwergewichtsweltmeisters Anthony Joshua.[8] Im September 2022 wurde Alisch bei den Herqul Awards 2022 als „Boxerin des Jahres“ ausgezeichnet.[9]

JahrTagGegnerErgebnisTypRundenOrt
201916. FebruarGeorgien Sopo KintsurashviliSiegKO1/4CGM Arena, Koblenz
20196. AprilUkraine Alina ZaitsevaSiegPunktsieg (einstimmig)6/6CongressPark Wolfsburg
20194. MaiPolen Bojana LibiszewskaSiegPunktsieg (einstimmig)6/6Fraport Arena, Frankfurt
201917. AugustSpanien Vanesa CaballeroSiegPunktsieg (einstimmig)6/6Friedrich-Ebert-Halle, Ludwigshafen am Rhein
20192. NovemberBosnien und Herzegowina Irma Balijagic AdlerSiegPunktsieg (einstimmig)8/8CGM Arena, Koblenz
202026. SeptemberUngarn Edina KissSiegPunktsieg (einstimmig)8/8Plazamedia Studios, Ismaning
202219. MärzFrankreich Amel AnouarSiegPunktsieg (einstimmig)6/6Tempodrom, Berlin
2022 7. Mai Spanien Eva Cantos Sieg[10] Punktsieg (einstimmig) 6/6 Sartory-Saal, Köln

Einzelnachweise

  1. boxen.de, U17/ U19 EM der Frauen - Bronze für Sophie Alisch
  2. Boxsport Magazin, 22. Dezember 2018, Team Sauerland verpflichtet Sophie Alisch!
  3. Boxen.de, 18. August 2020, Sophie Alisch holt Coach Andy Schiemann ins Team
  4. Bild.de, 14. Februar 2019, Berlinerin Sophie Alisch möchte Regina Halmich nacheifern
  5. Boxen1, 17-jährige Sophie Alisch trifft in Koblenz auf die ehemalige WM-Herausforderin Adler.
  6. boxen.de, 30. Januar 2020, WBC nominiert Sophie Alisch als „Prospect of the Year“
  7. British Boxing News, 5. Januar 2021, Vote for the best of the WBC 2020
  8. Bild.de, 20. April 2022, Alisch schließt Vertrag mit Joshua.
  9. Boxen1, 5. September 2022, HERQUL – Alle Gewinner im Überblick
  10. news: Boxen in Köln 7 Mai 2022 Ergebnisse Kämpfe Denis Radovan und Christina Hammer. In: News DG. 10. Mai 2022, abgerufen am 14. Mai 2022 (deutsch).
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. Additional terms may apply for the media files.