Tour de France 2023

Die Tour de France 2023 ist die 110. Austragung des wichtigsten Etappenrennens im professionellen Straßenradsport. Das Rennen soll am 1. Juli 2023 in Bilbao gestartet werden, ehe das Ziel der letzten Etappe am 23. Juli 2023 in Paris auf der Avenue des Champs Élysées erreicht werden soll. Die Tour de France ist auch im Jahr 2023 ein Teil der UCI WorldTour.

Tour de France 2023
Allgemeines
Ausgabe110. Tour de France
RennserieUCI WorldTour 2023 2.UWT
Etappen21
Datum1. – 23. Juli 2023
Gesamtlänge3.404 km
Austragungsländer Frankreich
Spanien
StartBilbao
ZielParis
Teams22
20222024
Dokumentation

Teams und Fahrer

Nach dem Reglement der Union Cycliste Internationale sind die 18 UCI WorldTeams zum Start berechtigt und verpflichtet. Zudem qualifizierten sich automatisch die beiden besten UCI ProTeams des Vorjahres: Lotto-Dstny (unter dem damaligen Teamnamen Lotto Soudal) und TotalEnergies. Der Veranstalter vergab außerdem Wildcards an die beiden ProTeams Israel-Premier Tech und Uno-X Pro Cycling Team.[1]

Wenige Tage vor Beginn der Rundfahrt werden die Fahrer im Rahmen einer Teampräsentation in Bilbao vorgestellt.

WorldTeams (18)ProTeams (4)

Strecke

Bereits am 26. März 2021 wurde der Start der Rundfahrt im Baskenland vorgestellt. Mit Bilbao soll die Tour de France nach San Sebastián (1992) zum zweiten Mal in Spanien gestartet werden.[2] Die komplette Streckenführung wurde am 27. Oktober 2022 im Palais des Congrès in Paris vorgestellt.[3] Insgesamt werden die Fahrer 3404 Kilometer auf 21. Etappen absolvieren. Auf dem Programm stehen acht flache, vier hüglige und acht Bergetappen, sowie ein Einzelzeitfahren. Vier Etappen sollen mit einer Bergankunft enden. Die Rundfahrt umfasst zwei Ruhetage, die nach den Etappen 9 und 15 abgehalten werden. Nach dem Start in Spanien, führt die Strecke ausschließlich durch Frankreich, wobei 9 Regionen und 23 Départements befahren werden. Mit den Pyrenäen, dem Zentralmassiv, der Jura, den Alpen und den Vogesen führt die Tour de France 2023 durch alle großen Gebirge Frankreichs. Das „Dach der Tour“ bildet wie im Jahr 2020 der Col de la Loze mit einer Höhe von 2304 Metern Seehöhe.

Bei der 110. Austragung werden zwölf neue Start- (Bilbao, Amorebieta-Etxano, Vulcania, Châtillon-sur-Chalaronne, Les Gets, Passy) und Zielorte (Bilbao, Nogaro, Moulins, Belleville-en-Beaujolais, Combloux, Poligny, Le Markstein) genutzt. Des Weiteren wird die Frankreich-Rundfahrt erstmals über die Côte de Vivero, den Col de la Croix Rosier und den Col du Feu führen.[4]

Etappenliste

Die folgende Tabelle zeigt die Etappen mit Datum, Start- und Zielort, Kategorisierung und Etappenlänge. Außerdem sind der Etappensieger und der jeweils Führende in der Gesamtwertung nach der Etappe angegeben. In der ersten Spalte sind die Einzelartikel zu jeder Etappe mit detaillierten Angaben zu Platzierung und Rennverlauf angegeben.

EtappeDatumEtappenortetypeLänge (km)Etappen­siegerGesamt­führender
1. Etappe 1. Jul. Bilbao Bilbao
Hügelige Etappe
182
2. Etappe 2. Jul. Flughafen Vitoria Donostia-San Sebastián
Hügelige Etappe
209
3. Etappe 3. Jul. Amorebieta-EtxanoBayonne
Flachetappe
185
4. Etappe 4. Jul.DaxNogaro
Flachetappe
182
5. Etappe 5. Jul.PauLaruns
Hochgebirgsetappe
165
6. Etappe 6. Jul.TarbesCauterets
Hochgebirgsetappe
145
7. Etappe 7. Jul.Mont-de-MarsanBourdeaux
Flachetappe
170
8. Etappe 8. Jul.LibourneLimoges
Hügelige Etappe
201
9. Etappe 9. Jul.Saint-Léonard-de-NoblatPuy de Dôme
Hochgebirgsetappe
184
10. Juli1. Ruhetag in Clermont-Ferrand
Ruhetag
10. Etappe 11. Jul.VulcaniaIssoire
Hügelige Etappe
167
11. Etappe 12. Jul.Clermont-FerrandMoulins
Flachetappe
180
12. Etappe 13. Jul.RoanneBelleville-en-Beaujolais
Hügelige Etappe
169
13. Etappe 14. Jul.Châtillon-sur-ChalaronneGrand Colombier
Hochgebirgsetappe
138
14. Etappe 15. Jul.AnnemasseMorzine
Hochgebirgsetappe
152
15. Etappe 16. Jul.Les Gets – Le Bettex
Hochgebirgsetappe
180
17. Juli2. Ruhetag in Saint-Gervais-les-Bains
Ruhetag
16. Etappe 18. Jul.PassyCombloux
Einzelzeitfahren
22
17. Etappe 19. Jul.Saint-Gervais-les-BainsCourchevel
Hochgebirgsetappe
166
18. Etappe 20. Jul.MoûtiersBourg-en-Bresse
Hügelige Etappe
186
19. Etappe 21. Jul.Moirans-en-MontagnePoligny
Flachetappe
173
20. Etappe 22. Jul.BelfortLe Markstein
Hochgebirgsetappe
133
21. Etappe 23. Jul.Communauté d’agglomération de Saint-Quentin-en-YvelinesParis
Flachetappe
115

Grand Départ

Die ersten zwei Tage werden in der spanischen Region des Baskenlandes ausgetragen. Die 1. Etappe startet und endet in Bilbao vor dem Guggenheim-Museum. Die Strecke führt zunächst entlang der Küste des Golfs von Biskaya, ehe es über mehrere Anstiege zurück nach Bilbao geht. Mit der steilen Côte de Pike (251 m) wird die letzte Bergwertung rund 10 Kilometer vor dem Ziel überquert.[5] Auch die 2. Etappe, die von der baskischen Hauptstadt Vitoria-Gasteiz nach San Sebastián führt, beinhaltet mehrere Anstiege. Im Finale wird der Jaizkibel (455 m) befahren, der durch das Eintagesrennen der Clásica San Sebastián bekannt ist.[6] Die 3. Etappe startet in der spanischen Gemeinde Amorebieta-Etxano und führt entlang der Küste in den französischen Teil des Baskenlandes, wo die Etappe in Bayonne zu Ende geht.[7]

Erste Woche: Von den Pyrenäen auf den Puy de Dôme

Die 4. Etappe führt von Dax nach Nogaro, wo die Zielankunft auf dem Circuit Paul Armagnac stattfindet.[8] Bereits auf der 5. Etappe erreichen die Fahrer die Pyrenäen und überqueren auf dem Weg nach Laruns den Col de Soudet (1540 m) und den Col de Marie-Blanque (1035 m).[9] Die erste Bergankunft erfolgt in Cauterets-Cambasque (1355 m) auf der nachfolgenden 6. Etappe. Zuvor wird der Col du Tourmalet (2115 m) überquert, auf dem das Souvenir Jacques Goddet vergeben wird.[10] Nach zwei Etappen in den Pyrenäen lässt die Tour de France die Berge vorerst hinter sich und führt auf einem flachen Abschnitt von Mont-de-Marsan nach Bordeaux.[11] Auch auf der 8. Etappe, die von Libourne nach Limoges führt, gilt ein Massensprint als wahrscheinlich.[12] Die erste Woche endet mit der zweiten Bergankunft auf dem Puy de Dôme (1415 m), der nach seiner letzten Befahrung im Jahr 1988 wieder ins Programm der Tour de France zurückkehrt. Der Vulkan im Zentralmassiv weist auf den letzten vier Kilometern eine durchschnittliche Steigung von über 11 % auf.[13]

Zweite Woche: Über den Jura in die Alpen

Im Schatten des Puy de Dôme wird die zweite Woche nach dem ersten Ruhetag in Angriff genommen. Von Vulcania aus führt die Strecke über mehrere Anstiege durch das Zentralmassiv nach Issoire.[14] Tags drauf geht es auf der 11. Etappe von Clermont-Ferrand auf flachen Straßen nach Moulins.[15] Auf der 12. Etappe wird das Weinbaugebiet des Beaujolais durchfahren, ehe die hüglige Etappe in Belleville-en-Beaujolais zu Ende geht.[16] Die dritte Bergankunft findet im Rahmen der 13. Etappe auf dem Grand Colombier (1501 m) im Jura statt. Der 17,4 Kilometer lange Anstieg wird von Culoz aus befahren und weist eine durchschnittliche Steigung von über 7 % auf.[17] Auf der 14. Etappe führt die Tour de France in die Alpen und überquert den Col de la Ramaz (1619 m) und Col de Joux Plane (1712 m), ehe die Etappe in Morzine zu Ende geht.[18] Die letzte echte Bergankunft erfolgt einen Tag später in Saint-Gervais-les-Bains (Le Bettex) auf einer Höhe von 1372 Metern.[19]

Dritte Wochen: Von den Alpen in die Vogesen

Die dritte und abschließende Woche beginnt nach dem zweiten Ruhetag mit dem einzigen Einzelzeitfahren der Rundfahrt. Die 22 Kilometer lange Strecke von Passy nach Combloux umfasst zwei Anstiege und beinhaltet die bekannte Auffahrt der Côte de Domancy (790 m).[20] Tags darauf steht mit dem 17. Abschnitt die „Königsetappe“ auf dem Programm. Diese führt von Saint-Gervais-les-Bains über die Anstiege des Col des Saisies (1650 m), Cormet de Roselend (1967 m) und Côte de Longefoy (1174 m), ehe mit dem Col de la Loze (2304 m) der höchste Punkt der 110. Austragung erreicht wird. Nachdem auf der Passhöhe des 28,4 Kilometer langen Anstiegs das Souvenir Henri Desgrange vergeben wurde, folgt eine kurze Abfahrt nach Courchevel, wo sich das Ziel auf dem Altiport befindet.[21] Mit der 18. Etappe verlässt die Tour de France die Alpen und führt von Moûtiers auf flachen Straßen nach Bourg-en-Bresse.[22] Auch die 19. Etappe zwischen Moirans-en-Montagne und Poligny weist keine großen Schwierigkeiten auf.[23] Die letzte Chance im Kampf um das Gelbe Trikot bietet die 20. Etappe die über mehrere Vogesen-Pässe führt. Im Finale der Etappe werden der Petit Ballon (1163 m) und der Col du Platzerwasel (1193 m) überquert, ehe das Ziel am Ende eines kurzen Plateaus in Le Markstein erreicht wird.[24] Die abschließende 21. Etappe führt traditionell in die französische Hauptstadt Paris, wo die Tour de France auf der Avenue des Champs Élysées zu Ende geht.[25]

Wertungen im Tourverlauf

Die Tabelle zeigt den Führenden in der jeweiligen Wertung bzw. die Träger der Wertungstrikots oder farbigen Rückennummern am Ende der jeweiligen Etappe an.

Etap­pe
Gesamt­wertung

Punkte­wertung

Berg­wertung

Nach­wuchs­wertung

Team­wertung

Kämpfe­rischster Fahrer
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
Sieger

Einzelnachweise

  1. The 22 teams. In: letour.fr. 4. Januar 2022, abgerufen am 6. Januar 2022.
  2. Stephen Farr, published: 2023 Tour de France to start in Bilbao. 26. März 2021, abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  3. Tom Davidson published: Tour de France 2023 route presentation: Race rumours and how to watch. 26. Oktober 2022, abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  4. Official route of Tour de France 2023. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  5. Stage 1 - Bilbao > Bilbao - Tour de France 2023. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  6. Stage 2 - Vitoria-Gasteiz > Saint-Sébastien - Tour de France 2023. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  7. Stage 3 - Amorebieta-Etxano > Bayonne - Tour de France 2023. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  8. Stage 4 - Dax > Nogaro - Tour de France 2023. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  9. Stage 5 - Pau > Laruns - Tour de France 2023. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  10. Stage 6 - Tarbes > Cauterets-Cambasque - Tour de France 2023. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  11. Stage 7 - Mont-de-Marsan > Bordeaux - Tour de France 2023. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  12. Stage 8 - Libourne > Limoges - Tour de France 2023. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  13. Stage 9 - Saint-Léonard-de-Noblat > Puy de Dôme - Tour de France 2023. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  14. Stage 10 - Vulcania > Issoire - Tour de France 2023. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  15. Stage 11 - Clermont-Ferrand > Moulins - Tour de France 2023. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  16. Stage 12 - Roanne > Belleville-en-Beaujolais - Tour de France 2023. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  17. Stage 13 - Châtillon-sur-Chalaronne > Grand Colombier - Tour de France 2023. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  18. Stage 14 - Annemasse > Morzine Les Portes du Soleil - Tour de France 2023. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  19. Stage 15 - Les Gets les portes du soleil > Saint-Gervais Mont-Blanc - Tour de France 2023. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  20. Stage 16 - Passy > Combloux - Tour de France 2023. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  21. Stage 17 - Saint-Gervais Mont-Blanc > Courchevel - Tour de France 2023. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  22. Stage 18 - Moûtiers > Bourg-en-Bresse - Tour de France 2023. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  23. Stage 19 - Moirans-en-Montagne > Poligny - Tour de France 2023. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  24. Stage 20 - Belfort > Le Markstein Fellering - Tour de France 2023. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
  25. Stage 21 - Saint-Quentin-en-Yvelines > Paris Champs-Élysées - Tour de France 2023. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (englisch).
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