Unic TU1
Der Unic TU-1 war eine im Zweiten Weltkrieg verwendete französische leichte Halbkettenzugmaschine.
Unic TU 1 | |
|---|---|
Unic TU 1, Rißzeichnung | |
| Basisinformation | |
| Hersteller | Unic |
| Modell | Unic TU 1 |
| Produktionszeit | 1940 |
| Vorgängermodell | keiner |
| Nachfolgemodell | keiner |
| Technische Daten [1] | |
| Eigengewicht | 2,165 t |
| Nutzlast | 0,5 t + Anh.0,66 t |
| Länge | 4,20 |
| Breite | 1,60 |
| Höhe | 1,31 |
| Radstand | 2,46 |
| Spurweite | 1,50 m (vo), 1,20 m (hi) |
| Bodenfreiheit | 0,36 |
| Motor | 4-Zylinder-Ottomotor Unic M16D |
| Drehmoment | 2650 |
| Leistung | 49 PS (36 kW) |
| Geschwindigkeit | 46 km/h |
| Verbrauch | Str.28, Gel. 50 l/100 km |
| Kraftstoffvorrat | 80 l |
| Reichweite | 250 |
| Getriebe | 2× (4 +1R) |
| Antriebsformel | Halbkette |
| Elektrik | 12 V |
| Bereifung | 38×7 |
Geschichte
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Durch die Übernahme des Lizenzbaus der Halbkettenzugmaschine Citroën-Kégresse P107 hatte Unic seit 1937 erste Erfahrungen im Bau von Halbkettenfahrzeugen gewinnen können. Als die französische Armee daher eine leichte Zugmaschine zum Ziehen von Panzerabwehrgeschützen und Maschinenkanonen suchte, bewarb sich Unic mit dem Modell TU 1.
Das Fahrzeug wurde im Frühjahr 1939 intensiv getestet, es entsprach den gestellten Anforderungen. Daraufhin bestellte die französische Armee nach Kriegsausbruch im September 1939 bei Unic 1000 Stück, später auf 1120 erhöht, die bis 30. September 1940 geliefert werden sollten. Sie waren bestimmt zum Ziehen der 25-mm-Pak 37.[2]
Die ersten Zugmaschinen wurden Ende März 1940 ausgeliefert, bis 30 April waren es 67 Stück, im Mai folgten 112, und bis zur Besetzung von Paris durch die deutsche Wehrmacht am 14. Juni 1940 folgten nochmals 57 Stück[3].
Nach dem Waffenstillstand Ende Juni 1940 wurde die Produktion des Unic TU 1 nicht wieder aufgenommen. Die Wehrmacht ordnete dem Fahrzeug in den Kennblättern fremden Geräts die Bezeichnung Zugkraftwagen U 305 (f) zu. Erbeutete Fahrzeuge (da nur 236 Stück gebaut wurden, werden es nur wenige gewesen sein, da viele Fahrzeuge bei den Kampfhandlungen zerstört wurden, andere bei den sich zurückziehenden französischen Truppen verblieben) wurden bei der Wehrmacht weiterverwendet[4]. Wegen ihrer geringen Zuglast (660 kg) waren sie allenfalls zum Ziehen der 3,7-cm-PaK 36 oder des 7,5-cm-le.IG 18 geeignet. Unic-Fahrzeuge galten in der Wehrmacht als unzuverlässig und hatten einen dementsprechend schlechten Ruf[5].
Technik
Der Motor des Fahrzeuges hatte vier Zylinder, Bohrung × Hub 80 × 107 mm, Hubraum 2150 cm³. Die Leistung wird mit 49[6] bzw. 50 PS[7] angegeben. Ein Motor mit gleichen Zylindermaßen war auch im 1937–1938 gebauten PKW Unic U 4 D eingebaut worden.
Das Halbkettenfahrwerk war eine eigene Neuentwicklung der Firma Unic und bestand aus vorne liegender Antriebsrolle, hinten angebrachter Führungsrolle, zwei Lauf- und einer Stützrolle und war freischwingend an einem Längsträger angebracht.
Besonders bemerkenswert war der niedrige Aufzugs des Fahrzeugs (Höhe mit Verdeck nur 1,31 m); er sollte gewährleisten, dass das Fahrzeug leicht hinter Büschen versteckt werden konnte, sodass die Feuerstellung der Panzerabwehrgeschütze schwer auszumachen war.
Literatur
- Walter J. Spielberger: Beute-Kraftfahrzeuge der deutschen Wehrmacht, Stuttgart 1992, ISBN 3-613-01255-3, zit. als „Spielberger, Beute“
- Bart Vanderveen: The Observer's Army Vehicles Directory to 1940. London – New York 1974, ISBN 0 7232 1540 5, zit. als „Vanderveen to 1940“
- Francois Vauvillier, Jean-Michel Touraine: L'automobile sous l'uniforme, Paris 1992, ISBN 2-7072-0197-9, zit. als „Vauvillier/Touraine“
Weblinks
Einzelnachweise
- Vauvillier/Touraine S. 194
- Vauvillier/Touraine S. 194
- Vauvillier/Touraine S. 161
- Holger Erdmann: Unic TU 1
- Spielberger, Beute S. 97
- Vauvillier/Touraine S. 194
- Spielberger, Beute S. 314
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