Benk (Bindlach)
Benk ist ein Dorf in der Gemeinde Bindlach im oberfränkischen Landkreis Bayreuth.
Benk Gemeinde Bindlach | |
|---|---|
| Höhe: | 435 m ü. NHN |
| Einwohner: | 588 (2017)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1978 |
| Postleitzahl: | 95463 |
| Vorwahl: | 09208 |
![]() Unterer Ortsteil von Benk Unterer Ortsteil von Benk | |

Geographie

Das Pfarrdorf Benk liegt bei Bad Berneck am Rand des Fichtelgebirges, oberhalb und im Tal des Benker Bachs. Der Ort wird von der Staatsstraße 2460 tangiert, die nach Neudorf (2,1 km nordöstlich) bzw. nach Röhrig verläuft (2,6 km südlich). Gemeindeverbindungsstraßen verlaufen nach Schrot (0,9 km nördlich), nach Deps (1 km südöstlich) und zur Kreisstraße BT 46 bei der Anschlussstelle 40b (Bindlacher Berg) der A 9 (1,1 km westlich).[2]
Geschichte
Benk entwickelte sich vermutlich im 8. Jahrhundert aus verschiedenen slawischen Ansiedlungen, worauf verschiedene Ortsnamen hindeuten. Bis 1365 gehörte das Dorf zur Pfarrgemeinde Marktschorgast. 1749 wurde die heutige Kirche Sankt Walburga geweiht, die im Bereich des Turms aber älter ist. Sie gilt als ein Kleinod des Rokoko und ist vollständig von einer Friedhofsmauer mit einem Torhaus aus dem Jahr 1703 umgeben.[3]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Benk 27 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Bayreuth zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Hofkastenamt Bayreuth. Grundherren waren das Hofkastenamt Bayreuth (3 Höfe, 11 Halbhöfe, 8 Sölden, 1 Wirtshaus mit Bräu- und Mulzhaus, 1 Gemeindeschmiede, 1 Hirtenhaus) und die Pfarrei Benk (2 Söldengüter).[4]
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Bayreuth. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde Benk bayerisch. Infolge des Gemeindeedikts wurde 1812 der Steuerdistrikt Benk gebildet.[5] Außer dem Hauptort gehörten hierzu Deps, Doebitsch, Dressendorf, Forthof und Katzeneichen.[6] Zugleich entstand die Ruralgemeinde Benk, zu der Doebitsch gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Bayreuth zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Bayreuth (1919 in Finanzamt Bayreuth umbenannt). Mit dem Gemeindeedikt von 1818 wurde Deps mit Katzeneichen eingemeindet. Etwas später wurde auf dem Gemeindegebiet Hermannsthal und Schrot gegründet. Ab 1862 gehörte Benk zum Bezirksamt Bayreuth (1939 in Landkreis Bayreuth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Bayreuth (1879 in Amtsgericht Bayreuth umgewandelt).[5] Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 11,269 km².[7] In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde auf dem Gemeindegebiet Friedrichshof gegründet. Am 1. Mai 1976 wurde Doebitsch nach Bad Berneck umgemeindet. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Benk am 1. Januar 1978 nach Bindlach eingemeindet.[8]
Dem Bericht „Zur Kriegschronik“ des Pfarramts Benk ist zu entnehmen, dass im Dezember 1944 die ersten Flüchtlinge aus dem Saargebiet in Benk eintrafen und bei örtlichen Bauernfamilien untergebracht wurden. Im Februar 1945 habe sich dann ein wahrer Flüchtlingsstrom aus den Ostgebieten über das Dorf ergossen. Anfang März wurden Soldaten der Wehrmacht in Benk einquartiert, russische Kriegsgefangene wurden in Scheunen untergebracht. Vom Bordwaffenbeschuss US-amerikanischer Tiefflieger auf den nahen Fliegerhorst Bindlach blieb Benk weitgehend verschont. Am 10. April verließen die deutschen Soldaten den Ort, auf dessen Kirchturm am Abend des 14. April eine weiße Fahne aufgezogen wurde. Tags darauf zogen Soldaten der US-Armee, ohne auf Widerstand zu stoßen, in Benk ein.[9]
Baudenkmäler
- Hans-Raithel-Straße 23: Einhemmstelle
- Hans-Raithel-Straße 45: Pfarrhaus
- Kirchenring 9: Pfarrkirche St. Walburga
- Steinkreuz
- ehemalige Baudenkmäler
- Haus Nr. 29: Erdgeschossiger Wohn- und Stallbau von „1816“ (Jahrzahl im Türschlussstein) aus Sandsteinquadern. Verzahnte Eckquaderung. Im zweigeschossigen Giebel geohrte Fensterrahmungen und sehr dekorative Fensterschürzen.[10]
- Haus Nr. 30: Gasthof zur Sonne. Zweigeschossiger verputzter Massivbau, Ende des 17./18. Jahrhunderts. Drei zu fünf Achsen. Sandsteingewände von Fenster und Tür mit breiter Fase.[10]
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Benk
| Jahr | 1822 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 337 | 539 | 527 | 517 | 537 | 573 | 581 | 559 | 628 | 585 | 572 | 538 | 526 | 526 | 526 | 537 | 528 | 478 | 489 | 662 | 804 | 651 | 568 | 522 |
| Häuser[11] | 57 | 86 | 88 | 88 | 85 | 98 | 102 | |||||||||||||||||
| Quelle | [5] | [12] | [12] | [12] | [13] | [12] | [14] | [12] | [12] | [15] | [12] | [12] | [16] | [12] | [12] | [12] | [17] | [12] | [12] | [12] | [18] | [12] | [7] | [19] |
Ort Benk
| Jahr | 1819 | 1822 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 2017 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 221* | 207 | 320 | 325 | 325 | 296 | 279 | 374 | 335 | 304 | 301 | 588† |
| Häuser[11] | 33 | 48 | 48 | 47 | 54 | 61 | 79 | |||||
| Quelle | [20] | [5] | [13] | [14] | [15] | [16] | [17] | [18] | [7] | [19] | [21] | [1] |
Religion
Benk ist Sitz einer Pfarrei, die seit der Reformation evangelisch-lutherisch ist.[4][7]
Sonstiges
Der Ort ist Namenspate für die Benk-Formation (früher Benker Sandstein), eine lithostratigraphische Formation des Keupers in der Germanischen Trias.
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Benk. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 339 (Digitalisat).
- August Gebeßler: Stadt und Landkreis Bayreuth (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 6). Deutscher Kunstverlag, München 1959, DNB 451450914, S. 94–96.
- Georg Paul Hönn: Benck. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, S. 229 (Digitalisat).
- Richard Winkler: Bayreuth – Stadt und Altlandkreis (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 30). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1999, ISBN 3-7696-9696-4.
Weblinks
- Website von Bindlach-Benk
- Benk in der Ortsdatenbank des bavarikon, abgerufen am 16. Dezember 2022.
- Benk in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 16. Dezember 2022.
- Benk im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 16. Dezember 2022
Einzelnachweise
- Bindlach-Benk, Statistische Daten - Exklusiver Service. Abgerufen am 31. Oktober 2022.
- Benk im BayernAtlas. Entfernungsangaben jeweils Luftlinie.
- Informationsbroschüre Gemeinde Bindlach - page 28: Benk
- R. Winkler: Bayreuth, S. 343.
- R. Winkler: Bayreuth, S. 464.
- R. Winkler: Bayreuth, S. 489.
- Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 651–652 (Digitalisat).
- Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 676.
- Peter Engelbrecht: Ende und Neubeginn. Bayreuth: Im April 1945 herrscht Frieden. Späthling, Weißenstadt 2022, ISBN 978-3-942668-87-3, S. 190 ff.
- A. Gebeßler: Stadt und Landkreis Bayreuth, S. 96. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung.
- Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
- Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 138, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
- Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 842, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
- Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1011–1012, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
- K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 958 (Digitalisat).
- K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1003 (Digitalisat).
- Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1025 (Digitalisat).
- Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 885 (Digitalisat).
- Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 148 (Digitalisat).
- A. H. Hoenig (Hrsg.): Topographisch-alphabetisches Handbuch über die in dem Ober-Mainkreise befindlichen Städte, Märkte, Dörfer, Weiler, Mühlen und Einöden. Bayreuth 1820, S. 8 (Digitalisat).
- Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 293 (Digitalisat).

