Columbo: Tödliches Comeback
Tödliches Comeback (Originaltitel: Forgotten Lady) ist eine erstmals am 14. September 1975 im Rahmen der NBC-Sunday-Mystery-Movie-Reihe gesendete Episode aus der Filmreihe Columbo. Die erste Folge der fünften Staffel wurde am 10. März 1992 erstmalig auf RTL ausgestrahlt. Die Schauspielerin Janet Leigh verkörpert als ehemaliger Filmstar Grace Wheeler die Gegenspielerin von Columbo (Peter Falk).
Handlung

Der ehemalige Musicalstar Grace Wheeler plant in fortgeschrittenem Alter ein Comeback auf dem Broadway. Ihr Mann soll dies finanzieren, verweigert dies aber. Daraufhin schüttet sie zusätzliches Schlafmittel in seine Abendmilch. Dadurch schläft er ein, während sie einen ihrer alten Filme ansieht. Der Butler legt die Filmrollen auf und wechselt sie. Grace trägt unter ihrem weißen Gewand schwarze Kleidung. Durch diese getarnt, schleicht sie sich in die Garage, holt die nach einem Parkplatzüberfall im Auto deponierte Pistole ihres Mannes, dann in dessen Zimmer, verschließt dieses von innen, legt seine Abendlektüre weg und stattdessen seine Krankenakte auf die Bettdecke, legt ihm die Waffe in die Hand und drückt mit seinem Finger den Abzug durch. Sie springt dann vom Balkon auf einen Baum und klettert in den Garten herunter, rennt in ihr Zimmer zurück, muss dort feststellen, dass der Film gerissen ist, flickt diesen, und zieht sich gerade noch ihr Kleid über, bevor der Butler kommt, um die Filmspulen zu wechseln. Nach dem Film stellt der Butler fest, dass er nicht zum Abräumen in das Zimmer des Ehemanns kann, bricht dieses gemeinsam mit Grace auf, und findet den Toten.
Columbos Frau hat Grace Wheeler und ihren Tanzpartner Ned Diamond verehrt, auch der Inspektor hat deshalb alle ihre Filme gesehen und wenngleich er etwas unhöflicherweise seine eigene Vorliebe für Gangsterfilme mit Humphrey Bogart und anderen in den Vordergrund stellt, ist es für ihn etwas Besonderes, die Stars zu treffen, die er mit seiner Frau zusammen bewundert hat. Der Tod allerdings gibt ihm Rätsel auf – warum nimmt jemand eine geringfügig höhere Dosis Schlafmittel und liest ein fröhliches Buch, wenn er sich danach erschießen will? Grace verweist auf die Krankenakte – Columbo stellt fest, dass sich hinter dem Fachvokabular keine wirklich schlimmen Nachrichten verbergen, was er anhand der abgelegten Krankenakten des Ehemanns – er war Doktor – bestätigt. Im Zuge dieser Gespräche wird Columbo eingeladen, eine Operation mit anzusehen, lehnt dies aber ab, da er kein Blut sehen könne.
Wie üblich besucht Columbo seine Hauptverdächtige häufig, wobei sie und er großen Respekt füreinander zeigen, auch wenn die Diva ständig Columbos Name vergisst. Der Butler hingegen nimmt Columbo und dessen aschende Zigarre eher als Störung wahr. Unter Störung eines Empfangs, den Grace für Freunde gibt, gelingt es Columbo, wenn auch etwas ungeschickter, den Kletterweg aus dem Tatzimmer zu rekonstruieren, so dass die von innen verschlossene Tür nicht mehr zwingend Selbstmord ergeben muss. Zudem hatte sich der Tote bereits zum Schlafen umgezogen und seine Hausschuhe zeigten keinerlei Spuren davon, mit irgendetwas anderem als Teppichboden, jedenfalls nicht mit Garten und Garage, in Berührung gekommen zu sein.
Columbo lässt sich schließlich von Grace mit seiner Frau und Ned Diamond zum Abendessen einladen. Seine Frau lässt sich jedoch entschuldigen, wahrscheinlich aufgrund seines Ermittlungsergebnisses. Dieses teilt er Ned Diamond über mehrere kurze Momente hinweg mit, während Grace als Gastgeberin sie immer wieder unterbricht. Die Indizien ergeben ein erdrückendes Bild. Der Abend klingt mit einem Film aus, dieser reißt, Grace flickt ihn, Columbo stoppt die Zeit mit und kann so erklären, warum in der Tatnacht ein Film von 105 Minuten Länge erst nach zwei Stunden zu Ende ging – die fehlende Viertelstunde reicht für das Flicken des Films und den Mord. Neben dieser Bestätigung seiner Theorie teilt Columbo Ned Diamond auch mit, dass zufolge einer Krankenakte unter dem Namen von Graces Paraderolle Rosie diese aufgrund eines Aneurysma im Gehirn nur noch Wochen, höchstens zwei Monate, zu leben habe. Damit konfrontiert, gesteht Ned Diamond seinerseits den Mord. Columbo macht ihn darauf aufmerksam, dass er dieses Geständnis bald widerlegt haben werde – fügt aber nachdenklich hinzu, bis zu zwei Monate möge das dauern. In etwas melancholischer Stimmung verlässt er die Villa.
Hintergrund
In der Episode werden Ausschnitte aus dem im Jahr 1953 erschienenen Musicalfilm Walking My Baby Back Home mit Janet Leigh in der Hauptrolle gezeigt. Ihr dortiger Rollenname Chris (Hall) wurde durch Rosie ersetzt. Im Gegensatz zu den Angaben von Columbo bei der Auflösung des Falles beträgt die Länge des Filmes jedoch nur 95 statt 105 Minuten.[2]
Synchronisation
Die deutschsprachige Synchronfassung entstand im Jahr 1992 bei der Alster Studios Synchron unter der Dialogregie von Peter Kirchberger. Eberhard Storeck schrieb das Dialogbuch.[3]
| Rolle | Darsteller | Synchronstimme |
|---|---|---|
| Lieutenant Columbo | Peter Falk | Claus Biederstaedt |
| Grace Wheeler Willis | Janet Leigh | Ursula Vogel |
| Ned Diamond | John Payne | Henry Kielmann |
| Butler Raymond | Maurice Evans | Franz-Josef Steffens |
| Dr. Henry Willis | Sam Jaffe | Jochen Sehrndt |
| Dr. Westrum | Robert F. Simon | Hans Paetsch |
| Dr. Lansberg | Ross Elliott | Hans Sievers |
| Sergeant Leftkowitz | Francine York | Isabella Grothe |
Rezeption
Die Fernsehzeitschrift TV Spielfilm vergab eine positive Wertung (Daumen hoch): „Auch die beste Spürnase braucht mal länger“.[4]
Der Autor Michael Striss wertete mit drei von vier Sternen (sehr empfehlenswert). Er rechtfertigte die vergleichsweise längere Dauer des Filmes: „Was von Kritikern bemängelt wird, dürfte gerade den Reiz dieser Episode ausmachen: Sie ist keineswegs zu lang geraten, denn eine selten große Ansammlung von Kultmotiven sorgt für Humor und ständige Abwechslung“. Es gebe diverse Anspielungen auf die frühere Karriere der Hauptdarstellerin: „Die Episode scheint vor allem eine Ode an Janet Leigh zu sein“. Auch die Besetzung der Nebenrollen mit „zahlreichen Altstars“ wurde hervorgehoben.[5]
Der Autor Uwe Killing fand ebenfalls lobende Worte: „Tödliches Comeback aus dem Jahr 1975 gehört zu den herausragenden Columbo-Filmen, die auch auf Peter Falks persönlicher Bestenliste ganz oben stand, als ihn einmal ein Fernsehsender um ein Votum gebeten hatte. Durch den Auftritt von Janet Leigh als Filmdiva verwischen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion“.[6]
Weblinks
- Columbo: Tödliches Comeback in der Internet Movie Database (englisch)
- Review der Episode bei columbophile.com (englisch)
Einzelnachweise
- Freigabebescheinigung für Columbo: Tödliches Comeback. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Juli 2007 (PDF; Prüfnummer: 110 593 DVD).
- Episode review: Columbo Forgotten Lady The Columbophile Blog, 24. März 2019, abgerufen am 28. Dezember 2022.
- Columbo: Tödliches Comeback. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 1. Januar 2023.
- Columbo: Tödliches Comeback. In: TV Spielfilm. Abgerufen am 26. Dezember 2022.
- Michael Striss: Columbo. Der Mann der vielen Fragen. Analyse und Deutung einer Kultfigur. Büchner-Verlag, Marburg 2019, S. 328.
- Uwe Killing: Peter Falk oder die Kunst, Columbo zu sein. Osburg Verlag, Hamburg 2016, S. 195.